Aktuelle Projekte im Überblick
Entsprechend des breiten Forschungsverständnisses im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften trifft man auf eine große Bandbreite an Forschungsprojekten. Klassische Drittmittelprojekte, die über mehrere Jahre laufen, werden hier ebenso durchgeführt wie Forschungsinitiativen mit Studierenden, die semesterweise an die Lehre gekoppelt werden. Der Praxis- und Anwendungsbezug nimmt bei allen Forschungsunternehmungen einen hohen Stellenwert ein.

PeKi_digital – Perspektiven von Kindern auf digitale Medien - Postdigitale Bildungsräume in Kindertageseinrichtungen mit Kindern gestalten und evaluieren
Der Verbund aus HSD, FHP und fjmk fokussiert die Perspektiven von drei- bis sechsjährigen Kindern in Kindertagesstätten auf digital-mediale Technologien im Zusammenhang mit ihren Bildungsprozessen. Die Kinder werden dabei als gleichberechtigte Akteur*innen und Mitgestaltende von Bildungsräumen involviert.
In einem partizipativ gestalteten, explorativen Forschungsdesign nehmen wir in den Blick, wie Kinder sich in einer postdigitalen Welt, in der digitale Artefakte und Phänomene unmittelbare Elemente des (Er)Lebens sind, als zur Teilhabe berechtigte Mediennutzende mit eigenen Sinnzuschreibungen wie Relevanzsetzungen wahrnehmen. Im Teilprojekt der HSD interessiert uns aus kindheitspädagogischer Sicht dabei besonders, welche Bildungsräume durch und mit digitalen Medien erzeugt werden können und wie dadurch Kommunikation und Interaktion zwischen Peers initiiert werden kann.
Projektleitung und Team: Prof*in Dr*in Irene Dittrich, Christine Nowak (MA)
Verbundpartner*innen: Prof*in Dr*in Judith Ackermann (FH Potsdam), Dr*in des. Leyla Dewitz (FHP), Markus Sindermann (fjml Fachstelle für Jugendmedienkultur), Tobias Eichhorn (fjmk), Karolina Albrich (fjmk)
Förderung: BMBFSFJ
Laufzeit: 01/2026 bis 12/2028
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Mapping far right violence against people with (cognitive) disabilities, resistance and professional approach (MAVIOPA)
MAVIOPA ist ein inter- und transdisziplinäres Verbundforschungsprojekt und untersucht extrem rechte Gewalt gegen Menschen mit (kognitiven) Behinderungen in der Gegenwart, vor dem Hintergrund der historischen Bedeutung von „Eugenik“, „Rassenhygiene“ und den zeitlich späteren nazistischen „Euthanasie“-Verbrechen in Deutschland.
Das Projekt nimmt v. a. die Betroffenen in den Blick, zudem die Formen von extrem rechter Gewalt, dazu die Orte, Verläufe und Kontexte. Von Interesse ist auch, wie unterschiedliche Akteure auf die Geschehnisse reagieren, also die Betroffenen, Zuschauende, Polizei, Pädagogik und soziales Umfeld. Dazu wird beispielsweise auch danach gefragt, ob institutionelle Maßnahmen ergriffen wurden und welche Aktivitäten oder politische Aktionen von pädagogischen Fachkräften als Gegenwehr umgesetzt worden sind bzw., ob und welche Formen zivilgesellschaftlichen Protests es gegeben hat.
Projektleitung: Prof. Dr. Christiane Leidinger
Mitarbeit: Dr. Lina Brink & Merle Götz
Kooperationspartner*innen: Prof.*in Dr.*in Heike Radvan, Johanna Schiffner (MA), Katja Sternberger (MA), Institut für Rechtsextremismusforschung der Universität Tübingen
Laufzeit: Juni 2025 bis Juni 2028
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Aufgaben, Nutzen, Netzwerke und Schnittstellen von Integrationsfachdiensten (ANNS-IFD) – eine exemplarische Analyse in NRW
Das Forschungsprojekt ANNIS-IFD wird in der Forschungsstelle DIFA am Fachbereich SK an der HSD durchgeführt.
Im Mittelpunkt von ANNS-IFD werden die folgenden fünf Forschungsziele verfolgt:
1. Aufgaben und Leistungen der IFD in NRW aus Sicht der in Anspruch nehmenden Arbeitgebenden sowie der Inklusionsämter – generell und insbesondere in den Schnittstellen im beruflichen (Re-)Integrationsprozess
2. Aufgaben, Leistungen und Vorgehensweisen der IFD und Rolle der IFD in Schnittstellen mit Menschen mit (Schwer-)Behinderung und Arbeitgebenden, Inklusionsämtern und weiteren Akteuren aus Sicht von IFD-Fachkräften
3. Gelingensbedingungen des beruflichen (Re-)Integrationsprozesses aus Sicht von IFD-Fachkräften und den Inklusionsämtern mit besonderem Blick auf Schnittstellen und Netzwerkarbeit sowie die Strukturverantwortung der Inklusionsämter
4. Zusammenstellung (neuer) sozialrechtlicher, institutioneller und praktischer Herausforderungen der IFD bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zur Arbeitsmarkt(re)in-tegration von Menschen mit (Schwer-)Behinderung
5. Nutzen und (Nicht-)Nutzung der IFD aus Sicht der in Anspruch nehmenden Menschen mit (Schwer-)Behinderung und Arbeitgebenden.
Projektleitung: Prof. Dr. Silke Tophoven
Projektteam: Seniorprofessorin Ruth Enggruber & Prof. Dr. Matthias Meißner
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:
Julia Seefeld (M.A.) Dominique Lauber
Studentische Hilfskraft: Viktoria Holter
Laufzeit: Mai 2025 - Mai 2028
Förderung: LWL und LVR aus Mitteln der Ausgleichsabgabe
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WW

Engagement gegen sozialen Ausschluss (ESA)
In einem partizipativen Forschungsprojekt wird das Engagement von Gruppierungen untersucht, die von sozialem Ausschluss betroffen sind und sich gegen diesen einsetzen: wohnungslose Jugendliche, Menschen mit Armutserfahrung sowie Menschen aus Roma-Communities. Die Kooperationspartner:innen im Projekt sind Momo – voice of disconnected youth in Essen, das Treffen der Menschen mit Armutserfahrung in NRW und Carmen e.V. in Düsseldorf. Das Engagement von Initiativen wird oft durch begrenzte Ressourcen, unsichere Lebensumstände und fehlende öffentliche Anerkennung erschwert. Die Forschung zielt darauf ab, Faktoren zu identifizieren, die dieses Engagement und dessen Wirkung unterstützen oder erschweren können. Dabei wird ethnografisch vorgegangen und die Gruppierungen über zwei Jahre hinweg begleitet. Als Community Based Participatory Research ist die Forschung unmittelbar für die Gruppierungen nutzbar. Ziele, Wege und Ergebnispräsentationen werden gemeinsam mit den Kooperationspartner:innen entwickelt.
Projektleitung: Prof. Dr. Christoph Gille & Prof.in Dr.in Susanne Spindler & Prof.in Dr.in Anne van Rießen
Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen: Lisa Scholten (M.A.) & Sahra Kamali (M.A.)
Projektlaufzeit: 01.01.2025 bis 31.12.2026
Förderung: Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt

Schutzkonzepte in Geflüchtetenunterkünften
Das Vorhaben ist als Entwicklungs- und Lehrforschungsprojekt zum Thema Schutzkonzepte in Geflüchtetenunterkünften mit dem Fokus Kinder und Kinderperspektiven konzipiert. Es nimmt in den Blick, inwieweit die Bedürfnisse und Perspektiven von Kindern im Rahmen von einrichtungsspezifischen Schutzkonzepten berücksichtigt werden. Im Sinne einer kompetenzorientierten Hochschuldidaktik erarbeiten sich Studierende der BA-Studiengänge Sozialarbeit/Sozialpädagogik und Kindheitspädagogik die theoretischen Grundlagen, erstellen in einem partizipativ ausgerichteten Prozess für eine konkrete Flüchtlingsunterkunft ein Schutzkonzept mit dem Fokus Kinder, welches im Anschluss implementiert und evaluiert wird. Über vier Semester werden mit zwei Studierendengruppen die rechtlichen, erziehungswissenschaftlichen, psychologischen, soziologischen und kriminologischen Grundlagen von Schutzkonzepten erarbeitet. Anschließend erfolgt eine Risiko- und Gefährdungsanalyse für die Einrichtung, an der vor allem die Kinder aktiv beteiligt werden.
Ein hieraus zu entwickelndes Schutzkonzept wird implementiert und die Umsetzung evaluiert. Die beteiligten Studierenden erwerben prozessorientiert forschungsmethodische und praxisbezogene Inhalte. Mit dem Ende des Projektes soll ein übertragbares Schutzkonzept für Geflüchtetenunterkünfte vorliegen, das Kinderperspektiven und -rechte berücksichtigt und damit ein hohes Anregungs- und Entwicklungspotential für die Praxis hat.
Projektleitung: Prof.in Dr.in Michaela Hopf & Prof.in Dr.in Kerstin Terhardt
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Yvonne Gormanns (M.A.)
Projektlautzeit: 01.04.2024 bis 31.03.2026
Förderung: Freiraum 2023 - Stiftung Innovation in der Hochschullehre
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Migrantische und geflüchtete Alleinerziehende: Themen, Bedarfe, Barrieren und Angebote für gesellschaftliche Teilhabe
Forschungskooperationsprojekt mit der Stiftung Alltagsheld:innen
Wie ist die Situation migrantischer und geflüchteter Alleinerziehenden etwa 20 Jahre nachdem die Bundesrepublik Deutschland anerkannt hat, ein Einwanderungsland zu sein? Wie gestaltet sich ihre Lage? Welche besonderen Bedarfe ergeben sich für migrantische und geflüchtete Alleinerziehende, welche Möglichkeiten und Barrieren zu gesellschaftlicher Teilhabe ebnen oder behindern ihr Leben? Wie heterogen ist diese Gruppe und hat sie aufgrund ihrer Heterogenität unterschiedliche Bedarfe und Problemstellungen? Im Projekt „Migrantische und geflüchtete Alleinerziehende“ geht es darum, die Barrieren sowie Bedarfe, aber auch Ressourcen, die sich aus der Migrationssituation in der Intersektion mit der Situation als Alleinerziehende ergeben, in den Blick zu nehmen.
Projektleitung:
Prof.in Dr.in Susanne Spindler & Prof.in Dr.in. Elina Krause
Wissenschaftliche Mitarbeiterin:Sahra Kamali (M.A.)
Studentischer Mitarbeiter: Miguel Peixoto Barbosa
Kooperationspartner:in: Stiftung Alltagsheld:innen
Vorständin: Heidi Thiemann
Projektleitung: Kasia Kowala-Stamm
Laufzeit: 2023-2025
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