Seit Anfang September hat Prof. Dr. Regine Müller die neue Professur am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften inne und leitet den Forschungs- und Transferschwerpunkt K² NRW. Damit stärkt die HSD die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Kinderschutz und Kinderrechten aus der Perspektive der Sozialen Arbeit und schafft neue Verbindungen zwischen Forschung, Lehre und Fachpraxis. Die Professur wurde im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKJFGFI NRW) geschaffen.
Die Professur Kinderschutz und Kinderrechte in Nordrhein-Westfalen stärkt den Transfer zwischen Wissenschaft und Fachpraxis. Geplant sind Kooperationen mit Kommunen, Landesjugendämtern, Fachverbänden, freien Trägern sowie weiteren Einrichtungen. Ergänzt wird das Angebot durch Fachtagungen, Weiterbildungen und Formate der Wissenschaftskommunikation. Zudem ist die Begleitung von Promotionen im Bereich Kinderschutz und Kinderrechte vorgesehen.
Kinderschutz braucht rechtliche Rahmenbedingungen, tragfähige Strukturen, klare Verfahren und professionelle Haltungen, damit Kinderrechte im Alltag wirksam werden. Er versteht sich als Dreiklang aus Schutz, Förderung und Beteiligung. Kinderschutz beginnt dort, wo Kinder und Jugendliche in ihren Lebenswelten ernst genommen, ihre Perspektiven sichtbar gemacht und Demokratiebildung von Anfang an als durchgängiges Prinzip verankert wird.
Ziel des Forschungs- und Transferschwerpunktes K² NRW ist es, die Handlungsfähigkeit aller Akteure im Kinderschutz zu verbessern. Dafür sind fundiertes Wissen zur Prävalenz von Kindeswohlgefährdung, zur Wirksamkeit von Hilfen und Interventionen sowie eine Sensibilisierung für Gefährdungsformen unverzichtbar. Dazu zählen beispielsweise sexuelle Gewalt an Kindern, mögliche Täterstrategien und der sichere Umgang mit sexualisierter Gewalt im digitalen Raum und in verschiedenen Handlungsfeldern. Ebenso geht es um den Aus- und Ausbau Früher Hilfen sowie um sozialpolitische und gesamtstädtische Ansätze zum Umgang mit Kinderarmut.
(Foto: Simon Fricke)