Hochschule Düsseldorf

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University of Applied Sciences
Fachbereich Sozial- & Kulturwissenschaften
Faculty of Social Sciences and Cultural Studies

​Promotionen

Ich bin Mitglied des Promotionskolleg NRW. PK NRW - Mitwirkende der Abteilung Soziales und Gesundheit | PK NRW

Wenn Sie Interesse an einer Promotion in Kooperation mit dem Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Düsseldorf haben, können Sie sich unter folgendem Link informieren:

Promotionsaktivitäten

Wir können gerne einen Termin vereinbaren, wenn Sie interessiert sind, bei mir in der Zweitbetreuung zu promovieren.


Laufende Promotionsvorhaben:

Ann-Sophie Maluck, M.A.

Arbeitsschwerpunkte: Rassifizierung, Rassismus, Antislawismus, Flucht, Migration, Intersektionalität von Geschlecht / Klasse / Race, Deservingness / Vulnerabilität / (De-) Legitimität und Flucht-Migration, Postkolonialität.


Kurzbiographie: Studium der Soziologie (B.A.) an Universität Hamburg mit Auslandsjahr an der University of Abertay Dundee, UK. Anschließend M.A. in Internationaler Kriminologie an der Universität Hamburg, mit 3-monatigem Aufenthalt in Kapstadt, Südafrika zur Erforschung von Restorative Justice Praktiken im dortigen Strafvollzug. Danach hauptberuflich Leitung einer Unterkunft für obdachlose und geflüchtete Menschen in Hamburg und nun nebenberuflich Promotion in Kriminologie über Rassifizierungsdiskurse und -mechanismen gegenüber geflüchteter Menschen im Zuge des Ukraine-Kriegs an der Graduate School der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg und University of Applied Sciences Düsseldorf.


‚Echte‘ Geflüchtete? Narrative, Praktiken und Erwartungshaltungen gegenüber ukrainischen Geflüchteten in Deutschland.

Promotion in Kooperation mit der Graduate School der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg, Erstbetreuerin: Prof.in Dr. Nina Perkowski


Abstract

Dieses Forschungsprojekt analysiert die medialen Narrativen und systemischen Praktiken im Umgang mit ukrainischen Geflüchteten in Deutschland, wobei zentrale Themen wie Rassifizierung, Opferkonstruktionen und die Reproduktion von Hierarchien im Fokus stehen. Dabei wird untersucht, wie in den Medien Bilder von Vulnerabilität, Deservingness und Legitimität konstruiert werden, die bestimmte Gruppen als Opfer oder potenzielle Bedrohung inszenieren. Besonders wird die Konstruktion von „Weißsein“ im europäischen Flüchtlingskontext sowie die Unterscheidung zwischen „echten“ und „unechten“ Flüchtlingen sowie die Rhetorik des „Anderen“ in Bezug auf männliche Migranten analysiert. Ziel ist es, zu zeigen, wie mediale Frames soziale Hierarchien, Exklusion und Eingrenzungen verstärken und damit die gesellschaftliche Wahrnehmung und institutionelles Handeln prägen.
Die Methodik basiert auf einer qualitativen Medienanalyse, ergänzt durch „Situational Analysis“ nach Adele Clarke. Diese Methode ermöglicht es diskursive Räume, Machtverhältnisse und ‚Orte des Schweigens‘ sichtbar zu machen. Die Medienanalyse wird durch 20 qualitative geführte Interviews mit Akteur:innen aus dem sozialarbeiterischen und (sozial-)politischen Feld ergänzt. Diese semi-strukturierten Interviews sollen die praktische Umsetzung und institutionellen Handlungen in Beziehung zu den medialen Narrativen setzen. Durch die kombinierte Analyse medialer Diskurse und empirischer Praxisforschung wird ein umfassender Einblick in die gesellschaftlichen und institutionellen Mechanismen der Rassifizierung von geflüchteten Menschen ermöglicht.
Das Dissertationsprojekt will dazu beitragen, rassistische und kriminologisch relevante Mechanismen der Gruppenabgrenzung zu verstehen, die sich in medialen Diskursen spiegeln und das Handeln von Institutionen sowie die soziale Wahrnehmung innerhalb einer Gesellschaft prägen. Die Arbeit will einen Impuls für die kritische Reflexion gesellschaftlicher Sicherheits- und Migrationsdiskurse sein.


Lea Maria Volmari, M.Sc.

Arbeitsschwerpunkte: Flucht, Agency, Governance, Politische Partizipation, Intersektionalität, Postkolonialität

Kurzbiographie: Studium der Sozialen Arbeit (B.A.) an der HAW-Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg. Fortführend M.Sc. International Relations: Specification Global Refugee Studies an der Aalborg University, Campus Copenhagen, Dänemark. Währenddessen Praxissemester und Forschung in Athen, Griechenland. Nun Promotion über Bottom-up Governance Prozesse von geflüchteten Selbstorganisationen am Institut für Migration und Diversität an der Technischen Hochschule Köln und Hochschule Düsseldorf.


CROSS – Refugee-led Co-Governance: Exploring Political Agency Across Time and Space. Investigating Typologies of Co-Governance

Promotion im Rahmen des Promotionskollegs NRW (PK NRW)
Weitere Betreuer:innen: Prof. Dr. Mattias Otten, TH Köln; Prof. Dr. Markus Ottersbach, TH Köln

Abstract

This research examines how refugee-led organizations (RLOs) initiate bottom-up governance processes, claim political space, and reshape power dynamics within the global refugee governance architecture. Refugee political participation unfolds in a field marked by profound tensions: restrictive state-centered migration policies and rising populism limit access to formal decision-making; alongside global policy frameworks increasingly emphasize meaningful refugee participation.
By centering the political agency of RLOs, the project investigates how power asymmetries within the global refugee governance system are produced, maintained, and actively contested by refugee-led actors. It explores how RLOs carve out influence, build collective strategies, and transform the governance environments in which they operate.
The study adopts a decolonial and intersectional approach, with particular attention to organizations led by women, refugees with disabilities and queer refugees — whose experiences and perspectives are often systematically sidelined in policy and humanitarian debates. The data collection is based on modified political ethnography, semi-structured interviews and focus group discussions. The empirical material will be coded using a Grounded Theory approach. By foregrounding voices of RLOs, the project seeks to contribute to a more nuanced understanding of refugee political agency and the diverse forms of co-governance emerging from below.


Innehalb des Promotionsvorhabens wird untersucht wie Geflüchteten Selbstorganisationen (GSO) bottom-up governance Prozesse initieren, Räume beanspruchen und Machtdynamiken transformieren in der globalen Flüchtlingsgovernance Architektur. Die politische Teilhabe von Geflüchteten bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen restriktiven staatlichen Politiken und wachsendem Populismus einerseits, sowie globalen Entwicklungen hin zur Anerkennung von meaningful refugee participation, also bedeutsamer und wirkungsvoller Handlungsmacht von Geflüchteten, andererseits.
Indem das Projekt die politische Agency von GSOs in den Mittelpunkt stellt, untersucht es, wie Machtasymmetrien im globalen System der Flüchtlingsgovernance produziert, aufrechterhalten und von geflüchteten Akteur*innen aktiv infrage gestellt werden. Es analysiert, wie GSOs Räume erschließen, kollektive Strategien entwickeln und die Governance-Kontexte, in denen sie agieren, transformieren.
Ein dekolonialer und intersektionaler Ansatz wird innerhalb des Promotionsvorhabens verfolgt mit besonderer Aufmerksamkeit für Organisationen, die von Frauen, Geflüchteten mit Behinderungen sowie queeren Geflüchteten geleitet werden – deren Erfahrungen und Perspektiven in politischen und humanitären Debatten häufig systematisch marginalisiert werden. Die Datenerhebung basiert auf einer modifizierten politischen Ethnografie, leitfadengestützten Interviews und Fokusgruppendiskussionen. Das empirische Material wird mithilfe eines Grounded-Theory-Ansatzes ausgewertet. Durch die Zentralisierung der Stimmen von GSOs zielt das Projekt darauf ab, zu einem differenzierteren Verständnis von politischer Handlungsmacht von Geflüchteten sowie der vielfältigen Formen von Co-Governance „von unten“ beizutragen.



Abgeschlossene Promotionen:

Matthias Schneider, M.A.

Arbeitsschwerpunkte: Identitätskonstruktionen, Biographieforschung, Flucht und Männlichkeit, Intersektionalität, Postkolonialität, Eritrea

Kurzbiographie: Studium der Soziologie (B.A.) an Friedrich-Schiller-Universität Jena. Fortführend den M.A. in Soziologie an der Universität Bamberg. Währenddessen Auslandsstudium an der University of Copenhagen und Gaststudent am Center for the Study of Men and Masculinities. Nun Promotion über die Identitätskonstruktionen geflüchteter Männer am Institut für Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt und University of Applied Sciences Düsseldorf.

Männer, Flucht und Identität. Über die Identitätskonstruktionen von aus Eritrea geflüchteten Männern entlang ihrer Lebensgeschichten


Abstract

In der Männer- und Fluchtforschung wird Flucht meist als Problem für die männliche Identität betrachtet, da Identitätskonstruktionen über die Erwerbsarbeit, die Rolle als Familienernährer und eine autonome Lebensplanung wegfallen. Unberücksichtigt bleiben Männer, für die diese Konstruktionen bereits im Herkunftskontext eingeschränkt realisierbar sind.

In diesem Forschungsprojekt wird gefragt, wie diese Männer in der Erzählung ihrer Lebensgeschichten Identität konstruieren und welche Rolle dabei Geschlecht, Nation, Ethnie und Klasse spielen. Als Fluchtkontext wird Eritrea betrachtet, da dort die Hauptursache für Flucht nicht Krieg, sondern staatliche Marginalisierung im Militär- und Nationaldienst ist. Auf theoretischer wie methodischer Ebene wird eine intersektionale und postkoloniale Perspektive eingenommen, durch die reduktionistische Betrachtungen von geflüchteten Männern als ‚kulturell anders‘ abgebremst, kontextualisiert und verkompliziert werden. Zur Erhebung werden in Deutschland fünfzehn aus Eritrea geflohene Männer biographisch-narrativ interviewt. Die Analyse erfolgt mit einer Kombination aus der biographischen Fallrekonstruktion nach Rosenthal und der intersektionalen Mehrebenenanalyse nach Winker und Degele, um neben der individuellen Lebensgeschichte auch gesellschaftliche Machtverhältnisse berücksichtigen zu können. Damit kann gezeigt werden, welche Identitätskategorien für geflüchtete Männer aus Eritrea von Relevanz sind, wie diese ausgestaltet werden und wie gesellschaftliche Diskurse und soziale Strukturen in den erzählten Lebensgeschichten verhandelt werden.

Das Dissertationsprojekt liefert somit einen wichtigen Impuls zur wissenschaftlichen Betrachtung des komplexen Verhältnisses von Männern, Flucht und Identität.




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Kontakt

Gebäude 3
Raum 03.1.020
Münsterstraße 156
40476 Düsseldorf
T. +49 (0)211 4351-3620
Fachgebiet:
Soziale Arbeit und Migration
Fachkompetenzen:
Diskriminierung und ihre Formen, Rassismus und Rassismuskritik, Rassismuskritik, Diversität/Diversity, Interdependenzen, Intersektionalität, Teilhabechancen und -barrieren, Qualitative Sozialforschung, Gender, Männlichkeitsforschung, Flucht- und Migrationsforschung, geflüchtete Kinder und Jugendliche, Migration und Flucht, Migration und Männlichkeit, Migrationsgesellschaft, Migrationspädagogik, migrationssensible Soziale Arbeit, Soziale Arbeit in Fluchtkontexten
Funktionen:
Senatsmitglied, Mitglied der Hochschulkommission Faires Verhalten, Mitglied der Forschungs- und Transferkommission, Mitglied der Lenkungsgruppe des BA Sozialarbeit/-pädagogik, Mitglied der Kommission für Internationales