Hochschule Düsseldorf

Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Fachbereich Sozial- & Kulturwissenschaften
Faculty of Social Sciences and Cultural Studies

​​​​​​​ Promovieren im Fachbereich SK

Im Fachbereich SK werden zahlreiche Promotionsprojekte durchgeführt, die meisten davon als kooperative Promotionen zwischen der HSD und einer Universität oder über das Promotionskolleg NRW. Bei den assoziierten Promotionen sind die Promovierenden inhaltlich oder organisatorisch eng mit dem Fachbereich SK verbunden. Hier finden Sie einige aktuelle Promotionsprojekte von Promovend:innen und Mitarbeiter:innen des Fachbereichs SK. Bei Anfragen zur Veröffentlichung eines Projekts oder bei Änderungswünschen wenden Sie sich bitte an mia.paetzold@hs-duesseldorf.de​.​




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Promotionsprojekte

Jennifer vo​​​​n Buch​

Re​​chtspsychologische Diagnostik im Rahmen der Beurteilung der strafrechtlichen Verantwortungsreife nach §105 JGG​ 

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Das Promotionsvorhaben widmet sich der Verbesserung der rechtspsychologischen Beurteilungskriterien für die Einschätzung des § 105 JGG. Im Zusammenhang mit der hohen Zahl straffällig auffälliger Heranwachsender stellt sich in der rechtspsychologischen Praxis im Rahmen von Jugendgerichtsverfahren immer wieder die Frage, nach welchem Strafrecht diese verurteilt werden sollen. Stehen die ​Angeklagten in der Entwicklung noch einem Jugendlichen gleich, ist das Jugendstrafrecht heranzuziehen, sind sie bereits als Erwachsener anzusehen, ist das Erwachsenenstrafrecht anzuwenden. Die bisherigen Kriterienkataloge sind theoretisch sehr einseitig, methodisch unausgereift und veraltet. Zudem ist die Bewertung der Kategorien sehr von der normativen und der „klinisch-einzelfallanalytischen“ Einschätzung des Diagnostikers abhängig. Weiter fehlen empirische Untersuchungen zu diesem diagnostischen Bereich. Im Rahmen eines qualitativen Designs sollen verschiedene Zielgruppen in Form von Interviews und Gruppendiskussionen befragt und die Ergebnisse inhaltsanalytisch ausgewertet werden.

Betreuung:

Kooperative Promotion HSD – Universität Duisburg-Essen

Personenseite: Jennifer von Buch​

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Lena Dhaliwal

Anerkennung und Teilhabe ohne Erwerbsarbeit: Eine Ethnographie alternativer Anerkennungs- und Teilhabepraktiken erwerbsloser Menschen im Spannungsfeld einer erwerbsarbeitszentrierten Ordnung

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Das Promotionsprojekt untersucht alternative Anerkennungs- und Teilhabepraktiken langzeiterwerbsloser Menschen jenseits institutioneller Erwerbsarbeit im Spannungsfeld einer erwerbsarbeitszentrierten Ordnung und dem aktivierenden Wohlfahrtsstaat. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Erwerbsarbeit in der Erwerbsarbeitsgesellschaft einen zentralen Anerkennungsraum darstellt, während langzeiterwerbslose Menschen häufig mit struktureller Anerkennungsverweigerung, sozialer Ausschließung und begrenzten Teilhabechancen konfrontiert sind. Gefragt wird, wie Anerkennung und Teilhabe im Alltag situativ hervorgebracht, verwehrt oder entzogen werden und welche Aneignungs-, Bewältigungs- und Widerstandsweisen Erwerbslose dabei entwickeln.

Methodologisch ist das Vorhaben ethnographisch und praxeologisch ausgerichtet, wobei eine subjektorientierte Perspektive eingenommen wird.​ Mit einer Forschungsperspektive „from below“ werden soziale Ausschließung und begrenzte Teilhabe als soziale Verhältnisse verstanden, die im Alltag bearbeitet, ausgehandelt und mitgestaltet werden. Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie erwerbslose Menschen sich dem sozialen Ausschluss stellen und Anerkennung und Teilhabe unter Bedingungen struktureller Ausschließung aktiv herstellen, verhandeln und transformieren. Zugleich wird untersucht, inwiefern die erwerbszentrierte Ordnung durch diese Praktiken als Formen der „Arbeit am Sozialen“ reproduziert, verschoben oder irritiert wird. So sollen alternative Anerkennungsräume und Teilhabemöglichkeiten jenseits formaler Erwerbsarbeit sichtbar gemacht, weiterentwickelt und Perspektiven, die über arbeitsmarktpolitische Integrationslogiken hinausweisen, eröffnet werden.

Betreuung:​​​​​

Promotion am Promotionskolleg NRW​ 

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​Johannes​​​ Gleitz

Ress​​ourcen im Empowermentprozes​s von Betroffenen rechter Gewalt

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Das Erleben rechter Gewalt hat für die Betroffenen und die damit assoziierte Gruppe teilweise gravierenden Konsequenzen und auch eine gesellschaftspolitische Dimension. Das Promotionsvorhaben ist entstanden angesichts der tragischen Aktualität der Debatte um rechtsmotivierte Gewalt und ihre Folgen, aber auch unter dem Eindruck der Selbstorganisation und Gegenwehr von Betroffenen auf ganz unterschiedlichen Ebenen. In der Arbeit soll empirisch erhoben werden, welche Ressourcen Betroffenen nach einer einmaligen oder fortdauernden Erfahrung rechter Gewalt zur Verfügung stehen und ihren Empowermentprozess unterstützen können oder auch, je nach Betroffenengruppe, verwehrt werden.

Betreuung:

Kooperative Promotion HSD – Philipps-Universität Marburg​​

Personenseite: Johannes Gleitz​​

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Jan Jo​​su​​​​peit

Acc​​​urate Empathy and Reflection in Social Work in a Dual Perspective Model​​​

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Im Rahmen der Theoriemodelle Sozialer Arbeit aber auch in vielen anderen humanwissenschaftlichen Disziplinen, tauchen immer wieder die Begriffe Empathie und Reflexion als interaktionale Kompetenzen, vor allem in Beratungssettings auf. In der Psychologie gibt es allerdings verschiedene Hinweise darauf, dass sowohl Empathie, als auch Reflexion auch negativ auf den Erfolg der Beratungsinteraktion wirken können. Hierbei kann z.B. zu viel Empathie dazu führen, dass die/der Beratende starken psychischen Belastungen ausgesetzt ist und gleichzeitig die a​​ssoziierte Kompetenz seitens der/des Adressat*in sinkt. Ziel des Promotionsprojekts ist zunächst, leistungsfähige Konzepte der Begriffe Empathie und Reflexion herauszuarbeiten, die in der Psychologie differenziert und empirisch fundiert diskutiert werden. Im zweiten Schritt soll in sozialpädagogischen Beratungssettings geprüft werden, welche dieser Faktoren genau das Gelingen der Interaktion zwischen den Beratenden und den Adressaten bedingen.

Betreuung:

Kooperative Promotion HSD – Universität Duis​burg-Essen​​

Personenseite: Jan Jo​supeit

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Maike Lohm​​ann

Status Quo der Institution Ausländerbehörde – Eine ethnographische Studie zur Rekonstrukt​​ion von sozialen Interaktionen sowie institutionellen und gesellschaftlichen (Macht-)Strukturen in der Ausländerbehörde aus multiperspektivischer Sicht

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Ziel der angestrebten Arbeit ist es, aus multiperspektivischer Sicht die sozialen Interaktionen sowie institutionellen und gesellschaftlichen (Macht-)Strukturen in der Institution Ausländerbehörde auf Basis einer ethnographischen Herangehensweise zu untersuchen und zu analysieren. Der Fokus der Studie liegt auf der Rekonstruktion von Formen und (Wirk-) Mechanismen sozialer Interaktionen im alltäglichen behördlichen Handeln sowie auf den Strukturen, Organisationsabläufen, Routinen unter Berücksichtigung der rechtlichen und administrativen Rahmenbedingungen in kommunalen Ausländerbehörden. 

Die kommunalen Ausländerbehörden in Deutschland sind unter anderem im Rahmen der Auftragsverwaltung für „(…) aufenthalts- und passrechtliche Maßnahmen und Entscheidungen nach diesem Gesetz und nach ausländerrechtlichen Bestimmungen in anderen Gesetzen (…)“ (§ 71 Abs. 1 AufenthG) zuständig.

Das bedeutet, dass die grundsätzliche Aufgabe der kommunalen Ausländerbehörden darin besteht, die geltenden Gesetze und Verwaltungsvorschriften zu vollziehen, sowie die für die Ausländer*innen geltenden rechtlichen Regelungen auf die konkreten Fälle anzuwenden. In den kommunalen Ausländerbehörde werden machtvolle Gesetze ausgeführt, die große, teilweise existentielle Auswirkungen auf die Adressat*innen der Ausländerbehörden haben. Dies führt häufig zu Reibungen und Spannungsverhältnissen zwischen den unterschiedlichen Akteur*innen.​

In den öffentlichen, medialen und politischen Debatten über die Flüchtlings-, Migrations-, Integrationspolitik und das As​​yl- und Aufenthaltsrechts, wird häufig über die Arbeit in den Ausländerbehörde kontrovers diskutiert.  
Die Auseinandersetzung mit den sozialen Interaktionen (Wirk-)Mechanismen von (Macht-)Strukturen in Ausländerbe​​hörden verfolgt in dieser Arbeit nicht die Skandalisierung dieser Institution oder ihren Routinen, sondern sie soll einen weiterführenden, wissenschaftlichen Beitrag zu diesem bisher wenig erforschten Themenbereich leisten.

Insbesondere für die direkt involvie​​rten Akteur*innen wie beispielsweise die Adressat*innen, die Mitarbeiter*innen ​​​in den Ausländerbehörden sowie Politiker*innen, Entscheidungsträger*innen in den Kommunen soll diese Studie neue Einblicke, Dimensionen und Handlungsmöglichkeiten eröffnen, um einen Perspektivenwechsel auf den verschiedenen Ebenen zu ermöglichen.


​​​Betreuung:

n. n.​


Kooperative Promotion HSD – Johannes Gutenberg-Universität Mainz​

Personenseite: Maike Lohmann​​

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Fabian M​​eyer

Zur organisa​​tionalen Verarbeitung institutioneller Anforderungen in der Jugendberufshilfe

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Die staatliche Steuerung sozialer Dienstleistungen hat sich im Zuge der Ökonomisierung des Sozialstaats verändert: Wettbewerbliche Elemente sind in das Verhältnis zwischen staatlichen Steuerungsbehörden und leistungserbringenden Organisationen eingeflossen und die Rollenverteilung bildet verstärkt eine ökonomisch strukturierte Auftraggeber-Auftragnehmer-Beziehung ab. Diese Entwicklungen zeigen sich besonders prägnant in der Arbeitsmarktpolitik und dort im Bereich der Erbringung von Arbeitsmarktdienstleistungen nach dem SGB II und III. Arbeitsmarktpolitische Dienstleistungsmaßnahmen werden unter Anwendung des Vergaberechts in einem wettbewerblichen Verfahren für befristete Förderzeiträume ausgeschrieben, die beauftragten Leistungen durch detaillierte Umsetzungsanforderungen formalisiert und deren Erbringung durch umfassende Prüfmechanismen (Audits, Prüfdienste der Arbeitsverwaltung) überwacht. Stellvertretend für diese institutionellen Bedingungen soll das Feld der Jugendberufshilfe in den Blick genommen werden – dort führen verschiedene Einrichtungen im Auftrag der Arbeitsverwaltung arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für junge Menschen durch. Ausgehend von den formalisierten und restriktiven arbeitsmarktpolitischen Vorgaben und dem hohen institutionellen Druck, soll qualitativ untersucht werden, wie die im Feld der Jugendberufshilfe tätigen Einrichtungen diese institutionellen Anforderungen im Zusammenspiel von innerorganisationaler Steuerung und Leistungserbringung verarbeiten. Ein Schwerpunkt der neo-institutionalistisch gerahmten Studie liegt auf den damit verbundenen organisationalen Formen des Widerstands und der Anpassung.

Betreuung:

​Kooperative Promotion HSD – Universität Duisburg-Essen

​Personenseite: Fabian Meyer

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Mia Paet​​zold​

Massenbewegungen im digitalen Zeitalter: Ambiguitätsintoleranz und die Dynamiken neuer sozialer Sanktio​nen​​

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Die digitale Transformation unserer Gesellschaft hat ihre Dynamik tiefgreifend verändert – und damit die sozialwissenschaftliche Forschung vor neue Herausforderungen gestellt. Während die Psyche des Menschen und das Verhalten von Massengesellschaften bereits schwer zu erfassen waren, vergrößert sich der Forschungsrückstand angesichts der rasanten Entwicklungen im digitalen Raum weiter.

Eine der markantesten Erscheinungen unserer Zeit ist die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung. Der Global Risks Report 2024 des Weltwirtschaftsforums zählt diese Entwicklung zu den größten globalen Risiken. Doch eine schlüssige Erklär​ung steht noch aus. Theorien wie die des Cultural Backlash liefern erste Ansätze, aber zentrale Fragen bleiben ungeklärt. Besonders drängt die Frage, inwiefern die veränderte soziale Interaktion und Kommunikation im digitalen Raum zur gesellschaftlichen Spaltung beiträgt. Ein Blick auf das individue​lle Ausdrucksverhalten zeigt eine scheinbare Widersprüchlichkeit: Einerseits haben Menschen zunehmend das Gefühl, ihre Meinung nicht mehr frei äußern zu können, während andererseits immer mehr Menschen ihre Ansichten radikal und ohne Rücksicht auf soziale Normen formulieren. Dies wirft die Frage auf, ob sich die Mechanismen sozialer Kontrolle verschoben haben. Ist auf der einen Seite eine steigende Sanktionserwartung erkennbar, die zu einem vorsichtigeren Sozialverhalten führt, während auf der anderen Seite eine Erosion sozialer Kontrolle Raum für normabweichendes Verhalten wie Hate Speech schafft?

Die Bedingungen, unter denen Individuen oder sogar automatisierte Systeme in eine angreifbare oder unangreifbare Position geraten, sind vielschichtig und von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Während früher die gefühlte Mehrheitsmeinung – wie es Elisabeth Noelle-Neumann in der Schweigespirale nahelegt – als normative Instanz galt, stellt sich heute die Frage, wer diese Normen tatsächlich setzt. In einer digital vernetzten Welt entstehen mikrosoziale Dynamiken, die nicht nur einzelne Diskurse, sondern auch die Gesellschaft als Ganzes prägen und verändern.

Wie wirkt sich die Konfrontation mit konträren Positionen und Weltbildern online in Kombination mit verschobenen sozialen Sanktionsmechanismen auf gesellschaftliche Dynamiken und Meinungsäußerungsverhalten aus? Und wie beeinflussen diese neu entstehenden mikrosozialen Dynamiken die Gesellschaft als Ganzes? Wie lassen sich bereits bestehende Forschungserkenntnisse und Indizien zu einer neuen Theorie der digitalen Öffentlichkeit formieren?

Diesen Fragen geht Mia Paetzold in ihrer Dissertation nach. Sie plant, ein theoretisches Modell zur sozialen Kontrolle in digitalen Medien zu entwickeln, das bestehende sozialwissenschaftliche Theorien weiterdenkt. Einzelne Hypothesen sollen empirisch überprüft werden, um neue Erkenntnisse über das Zusammenspiel von sozialer Kontrolle, Meinungsäußerung und gesellschaftlicher Polarisierung im digitalen Raum zu gewinnen. Eine umfassende Überprüfung des Modells erfordert weiterführende empirische Forschung.

Betreuung:

​Promotion am Promotionskolleg NRW

Personenseite: Mia Paetzold​

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Stefan Ro​​ggenka​​mp

Prokrastination am Arbeitsplatz aus sozialpsychologischer Perspektive​​

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„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen...“ Wenn das Aufschieben von wichtigen oder notwendigen Aufgaben, Tätigkeiten oder Entscheidungen zum Problem wird, erleben Betroffene durch das irrationale, aber bewusste Vertagen negative Begleiterscheinungen, wie z. B. ein Gefühl des Unwohlseins oder ein schlechtes Gewissen. Die Liste der Konsequenzen durch das problematische Aufschieben ist lang und reicht von persönlichen Einschränkungen bis zu arbeitsplatzbezogenen Stressfaktoren. Letztlich können auch klinisch-psychopathologische Auswirkungen an Ausmaß zunehmen und den Gesundheitszustand ernsthaft beeinträchtigen. Prokrastination kann als eine eigenständige Lern- und Arbeitsstörung betrachtet werden.

Das Alltagsphänomen Prokrastination erhielt in den letzten drei Jahrzehnten verstärkt die Aufmerksamkeit wissenschaftlicher Forschung weltweit. Besonders in Deutschland wurde Prokrastination im vergangenen Jahrzehnt in der klinischen und pädagogischen Psychologie untersucht.

Im Fokus aktueller Forschungen liegen besonders Studierende und akademische Rahmenbedingungen. Eine konkrete berufsbezogene Perspektive fehlt bisher größtenteils in der wissenschaftlichen Forschung. Dieses steht im Erkenntnissinteresse des Promotionsvorhabens. Untersucht werden beruflich-organisatorische Einflussfaktoren auf Prokrastination, die das Passungsverhältnis von Persönlichkeitsmerkmalen und situationsbezogenen Merkmalen beeinflussen.

Betreuung:​

Kooperative Promotion HSD – Universität Duisburg-Essen

Personenseite: Stefan Ro​​ggenkamp​

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Jakob​​ Saß

Radikale Rechte in der ​​Bundeswehr und NVA (1955/56-1998)

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Die seit einigen Jahren debattierten rechtsextremen Vorfälle bei der Bundeswehr um den Fall „Franco A.“, das „Hannibal“-Netzwerk und das KSK sind nicht allein gegenwärtige Konjunkturen radikalnationalistischer Bewegungen. Sie verweisen vielmehr auf jahrzehntelange Aktivitäten der radikalen Rechten. Das Dissertationsprojekt untersucht daher erstmalig auf Basis von internen Akten zäsurübergreifend und akteursorientiert auch bislang unbekannte Praktiken der radikalen Rechten sowohl in der Bundeswehr als auch vergleichend in der NVA.

Während ostdeutsche Soldaten trotz der massiven Überwachung hundertfach vor allem mit NS-Verherrlichung, Propagandadelikten sowie antisowjetischen, antisemitischen und revanchistischen Äußerungen provozierten und ihre Distanz zum SED-Staat zeigten, gingen die Praktiken rechtsradikaler Akteure in der Bundeswehr weit darüber hinaus: Aktivitäten in rechtsradikalen Parteien wie der NPD, rassistisch motivierte Gewalttaten und rechtsterroristische Handlungen stellten das neue reformerische Leitbild vom mündigen, verfassungstreuen „Staatsbürger in Uniform“ immer wieder auf eine harte Probe.

Im Vordergrund stehen hier vor allem der Mentalitätstransfer der NS-sozialisierten „Erlebnisgeneration“ sowie Wechselwirkungen zwischen den beiden Streitkräften, darunter Propagandakampagnen und mögliche grenzübergreifenden Nachahmungstaten von rechtsradikalen Soldaten in Ost und West. Die Vergleichsstudie betrachtet zudem, wie die Bundesrepublik und die DDR mit diesen verschiedenen Praktiken in ihren Streitkräften umgingen.

Betreuung:​

Kooperative Promotion HSD – Universität Potsdam​​​​

Personenseite: Jakob Saß​

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Barbara Schma​​​len

Vereinzelung als Modus restriktiver Handlungsfähigkeit weißer Subjektivität im Kontext des Konflikts um das NSU-Mahnmal Herkesin Meydanı in der Kölner Keupstraße

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Mein Promotionsvorhaben fragt danach, wie sich im Konflikt um das NSU-Mahnmal Herkesin Meydanı in der Kölner Keupstraße rassistische Herrschaftsstrukturen auf materieller, Bedeutungs- und Subjektebene aufrechterhalten, wie diese Ebenen ineinander greifen und welche Strategien und Formen (restriktiver) Handlungsfähigkeit sich daraus konzeptionell ableiten lassen.

Theoretischer Ausgangspunkt des Promotionsvorhaben ist die Kritische Psychologie nach Holzkamp (1985). Diese begreift Subjektivität als gesamtgesellschaftlich vermittelt, zugleich aber handlungsfähig. Mit der sogenannten Bedingungs-Bedeutungs-Begründungsanalyse (BBBA) untersuche ich, wie subjektive Handlungsfähigkeit in gesamtgesellschaftliche rassistische Herrschaftsverhältnisse eingebettet ist, die ich stets als Verflechtung mit kapitalistischen und heteropatriarchalen Strukturen verstehe. Zentral ist dabei das Konzept der restriktiven Handlungsfähigkeit, das auf die Reproduktion bestehender Herrschaftsverhältnisse verweist, während die verallgemeinerte Handlungsfähigkeit Potenziale ihrer Überwindung eröffnet.

Ausgangspunkt der Untersuchung ist der erinnerungspolitische Konflikt um das geplante Mahnmal Herkesin Meydanı in der Kölner Keupstraße. Vor dem Hintergrund dieses Konflikts analysiere ich, wie hegemoniale Bedeutungen in lokalen Diskursen von Subjekten aufgenommen, verarbeitet und in restriktive Handlungsweisen übersetzt werden. Dabei betrachte ich in erster Linie verschiedene Formen restriktiver Handlungsfähigkeit. Besonderes interessiert mich dabei „Vereinzelung“ als eine Form, die Holzkamp nur am Rande erwähnt hat. Teil der Arbeit ist es daher, diesen Modus zunächst theoretisch zu konzipieren, indem ich Holzkamps Überlegungen mit Forschungen zur weißen Subjektivität kombiniere, bevor er empirisch untersucht wird.

Die Analyse erfolgt auf den drei Ebenen der BBBA: der Kontextualisierung der Bedingungen des Erinnerungskonflikts, der Diskursanalyse lokaler Berichterstattung (Bedeutungen) sowie der Analyse von Fokusgruppeninterviews, die subjektive Begründungen restriktiver Handlungsfähigkeit rekonstruieren. Ziel ist es, das Konzept restriktiver Handlungsfähigkeit im Kontext rassistischer Herrschaftsverhältnisse weiterzuentwickeln/ auszudifferenzieren und so auch die Kritische Psychologie um eine rassismuskritische Perspektive zu erweitern.

Betreuung:​

Kooperative Promotion HSD – Philipps-Universität Marburg​​​​

Personenseite: Barbara Schmalen​

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Julia ​​​Seefeld

Geschlechtsspezifischer Nutzen und geschlechtsspezifische Nutzung von Angeboten Sozialer Arbeit in der beruflichen Rehabilitation

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Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) sollen Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Behinderungen helfen, ihre Erwerbsfähigkeit zu erhalten, zu verbessern oder wiederherzustellen (§ 49 SGB IX). Die Sicherstellung gleicher Chancen im Erwerbsleben ist dabei für Frauen explizit vorgesehen (§ 49 Abs. 2 SGB IX). Als wichtiger Bestandteil der multiprofessionellen Reha-Teams bei den LTA-Leistungserbringern spielt die Gewährleistung von Chancengleichheit auch für das professionelle Handeln Sozialer Arbeit eine wichtige Rolle.

Geschlecht wird in der vorliegenden Arbeit als Strukturkategorie und soziale Konstruktion gefasst. Dabei wird aus einer subjektorientierten Perspektive die Frage aufgeworfen, welche Auswirkungen die spezifischen Lebensumstände und Bedarfe von Männern und Frauen in LTA auf deren Nutzungsstrategien und den Nutzen von Angeboten Sozialer Arbeit in der beruflichen Rehabilitation haben.

Dafür werden episodische Interviews mit beruflichen Rehabilitandinnen und Rehabilitanden geführt und mittels der Grounded Theory ausgewertet.

Betreuung:

Kooperative Promotion HSD – Universität Duisburg-Essen

Personenseite: Julia Seefeld

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​​Katja Sternber​ger

Ext​rem rechte ableistische Gewalt – Eine praxeologische Untersuchung zu Handlungsorientierungen von pädagogischen F​achkräften in der Arbeit mit Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen (Arbeitstitel)​

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Mit dem erziehungswissenschaftlichen Dissertationsprojekt werden kollektive Handlungsorientierungen von Fachkräften in der so genannten „Behindertenhilfe“ im (professionellen) Umgang mit extrem rechter Gewalt untersucht. Methodologischer Rahmen der Arbeit ist die praxeologische Wissenssoziologie: erhoben werden Gruppendiskussionen mit Fachkräften in Wohneinrichtungen und Werkstätten und mit der Dokumentarischen Methode interpretiert. Die lokalhistorische und erinnerungskulturelle Bearbeitung der sog. „Euthanasie“ und Zwangssterilisationen im Nationalsozialismus, wie auch extrem rechte Gewalt gegenüber Menschen mit Behinderungen seit 1990 spielt für die Auswahl der Erhebungsorte unter anderem eine zentrale Rolle. 

Betreuung: 

Personenseite: Katja Sternberger

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Assoziierte Promotionsprojekte

​Mar​​​​the Heidemann​

Boxende Frauen und Social Media. On- und Offline-Realitäten des Frauenamateurboxens in Deutschland, Russland und Großbritannien

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Das Olympische Frauenboxen, als anerkannter, institutionell eingebundener Sport noch relativ jung, befindet sich strukturell und kulturell in einem Aushandlungspro​zess. Dies betrifft den Spitzensport sowie auch die Akzeptanz von boxenden Frauen bis in d​en Breitensport hinein. Es muss dabei von einer ganzen Reihe an Akteuren a​​usgegangen werden, die für die Verhandlung der Rolle von Frauen im Amateurboxsport relevant sind – Boxer und Boxeri​​nnen, Trainer und Trainerinnen, Kampfrichter*innen, Funktionär*innen, Zuschauer*innen. Als Räume, in denen die Akteure miteinander interagieren und in verschiedener Weise Einfluss nehmen, gewinnen auch Soziale Medien an Bedeutung.

In dem Promotionsvorhaben wird explorativ erkundet, wie Aushandlungen online und offline vor sich gehen und welche Resultate zu beobachten sind. Der B​​​lick richtet sich dabei auf die drei Ebenen der Verkörperung, Selbstreprä​​sentation und Fremdwahrnehmung. Es soll die diskursive und strukturelle Verortung von Frauen im Olympischen Boxen untersucht werden sowie ergründet, wie Weiblichkeit in diese​m Kontext (neu) interpretiert werden kann. M​​it Deutschland, Russland und Großbritannien wurden drei Länder gewählt, in denen die politischen, ökonomischen und soziokulturellen Kontexte unterschiedlich sind. Es kommen on- und offline-ethnographische Vorgehensweisen zur Anwendung.​​

Betre​uung:

Personenseite: Marthe Heidemann​

Christin​​​​a Josupeit

Der U​​mgang von Nutzer*innen digitaler sozialer Netzwerkplattformen mit Online Hate Speech

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Online Hate Speech ist ein u.a. in pädagogischen Fachdebatten viel diskutiertes Phänomen. Es kann verstanden als die Artikulation von Abwertung gegenüber Gruppen oder Einzelpersonen ​aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit in digitalen Kontexten. Da Hate Speech zuzunehmen und von Seiten der Netzwerkbetreiber kaum kontrollierbar scheint, wird wiederholt der pädagogische Auftrag formuliert, die zivilgesellschaftliche Engagementbereitschaft gegen Hate Speech zu fördern. Zusammenfassend wird erwartet, dass Nutzer*innen digitaler sozialer Netzwerkplattformen eine verantwortungsbewusste, partizipierende und ihre digitale Umgebung gestaltende Rolle einnehmen. Einer derartigen Forderung fehlt eine differenzierte Betrachtung von nutzerspezifischen Perspektiven auf und Mechanismen im Umgang mit Hate Speech. Inwiefern wird Hate Speech nicht nur aus pädagogischer Sicht, ​sondern auch aus Nutzer*innenperspektive als Problem erkannt? Welche Umgangsformen mit Hate Speech sind möglich, welche werden gewählt und was sind die entsprechenden (bewussten) Entscheidungskriterien und (unbewussten) Einflussfaktoren? Unter welchen Umständen sind Nutzer*innen demnach bereit, sich gegen Hate Speech einzusetzen? Mit diesen komplexen Fragen wird deutlich, dass entsprechende Fördermaßnahmen zu kurz gedacht sind, so lange sie sich ausschließlich an normativen Maßstäben orientieren. Um sich dem Forschungsfeld anzunähern, werden die Nutzer*innen im Rahmen des Promotionsvorhabens hinsichtlich ihres Umgangs mi​​​t Hate Speech befragt. Aus Basis eines mehrstufigen, standardisierten Verfahrens wird der Effekt jener Faktoren geprüft, die bereits theoretisch und empirisch im allgemeinen Kontext von Online-Kommunikation, Engagement bzw. Zivilcourage diskutiert werden. Beispielhaft stehen dafür situationsspezifische Einflüsse​​ wie die Anzahl anwesender Personen, der Grad der Öffentlichkeit, der Bekanntheitsgrad bzw. die Anonymität der eigenen Person oder die Asynchronität digitaler Kommunikation.

Betreuung:

Personenseite: Christina Josupeit​
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