Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Fachbereich Sozial- & Kulturwissenschaften
Faculty of Social Sciences and Cultural Studies

​​​​​Dissertationsprojekt

Diasporapolitik in Sub-Sahara Afrika
Eine Politikfeldanalyse auf Basis der Fallbeispiele Ghana und Kamerun


Betreuer: Prof. Dr. Walter Eberlei (Hochschule Düsseldorf), Prof. Dr. Tobias Debiel (Universität Duisburg-Essen)

Die zunehmende internationale und interkontinentale Migration hat als Phänomen der Globalisierung in den vergangenen zwei Jahrzehnten erhebliche Aufmerksamkeit in der sozialwissenschaftlichen Forschung erlangt. Seit einigen Jahren zunehmend haben auch die Rückwirkungen von Migrantinnen und Migranten auf ihre Heimatländer Beachtung gefunden. Die „Diaspora“ wurde – nicht nur aufgrund der hohen finanziellen Überweisungen in die Heimatländer – zunehmend als Entwicklungsfaktor entdeckt. Insbesondere auf Seiten der Herkunftsländer der Migranten wird versucht, das tatsächliche oder vermeintliche Potenzial der Migration durch politische Maßnahmen zu fördern. Dieses neue Politikfeld – in einigen Veröffentlichungen Diasporapolitik genannt – ist bislang kaum untersucht worden. Besonders große Lücken sind in der Beachtung der Diasporapolitik afrikanischer Staaten zu verorten. 
Das hier vorgestellte Dissertationsprojekt will einen Beitrag leisten, diese Lücke zu schließen. Durch eine methodische Kombination von Politikfeld- und Prozessanalysen soll exemplarisch die Diasporapolitik zweier Staaten in Sub-Sahara Afrika untersucht werden, die über große Diaspora-Gemeinschaften im Ausland verfügen: Ghana und Kamerun. Beide Staaten haben Ansätze einer Diasporapolitik entwickelt und bieten sich – bei ansonsten sozio-ökonomisch wie politisch unterschiedlichen Rahmenbedingungen – als Fallbeispiele an. 
Es wird dabei zum einen darum gehen, die Ansätze der Diasporapolitik zu beschreiben und zu analysieren. Zum anderen aber soll eine Analyse der politischen Prozesse im benannten Politikfeld herausarbeiten, welche Interessen und Erklärungsfaktoren hinter der Diasporapolitik stehen. Daraus sollen Rückschlüsse auf die Politik anderer afrikanischer Staaten abgeleitet werden. 

Für erste Ergebnisse, siehe Poster:ofw2014pac.pdf