Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Fachbereich Sozial- & Kulturwissenschaften
Faculty of Social Sciences and Cultural Studies

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Sozial- und Kulturwissenschaften / Evaluation, Düsseldörfchen - Stadt der Kinder, Projekt
26.07.2017

Evaluation der Kinderstadt Düsseldörfchen

Evaluation der Kinderstadt Düsseldörfchen


Im Südpark gegenüber der UNI läuft zur Zeit drei Wochen lang die Kinderstadt Düsseldörfchen mit 350 Kindern, es gibt einen wöchentlich neu gewähltem Stadtrat, eine eigener Währung und viele kreative und handwerkliche Bereiche.

Düsseldörfchen - Stadt der Kinder ist ein bundesweit bekanntes Kulturprojekt von Akki (Akki heißt „Aktion & Kultur mit Kindern“ und ist ein als freier Träger der Jugendhilfe anerkannter gemeinnütziger Verein), das seit über 25 Jahren jährlich mit wachsenden Teilnehmerzahlen stattfindet. „Düsseldörfchen“ ist Teil einer Serie von Großprojekten, die immer in der ersten Sommerferienhälfte im Auftrag des Jugendamtes Düsseldorf durchgeführt werden.


Die Spielstadt Mini-München gilt als Vorbild für zahlreiche ähnliche Spielstädte in anderen Kommunen in Deutschland, z. B. dem „Düsseldörfchen“. Spielstädte sind temporäre Städte, die von Kindern regiert, belebt und gestaltet werden und die durch spezielle Arrangements von Sozialformen, Angeboten, Gebäuden und Institutionen charakterisiert sind.
Für die beteiligten Kinder ergeben sich hier sehr interessante Formen des Lernens im handwerklich-motorischen-, im kreativ-künstlerischen Bereich aber auch in der politischen Bildung und dem Verständnis des Funktionierens einer Demokratie. Kinderstädte können als temporäre Räume in der Bildungslandschaften verstanden werden. Diese Aspekte machen deutlich, wie wichtig eine Einschätzung der Wirkungen von Kinderstädten ist. Damit sind auch Transfer- und Evaluationsfragen gemeint, die sich auf die unterschiedlichen Bereiche der Spielstadt beziehen, etwa im Bereich der Partizipation und Beteiligung könnte man fragen: Werden Kinder, die Mini-München erlebt haben, mutiger, in der Schule mehr Demokratie einzufordern?
Auch wenn es zahlreiche biographische Hinweise auf mögliche Wirkungen der Spielstadt gibt, etwa durch Berichte ehemaliger Kinder oder ehemaliger Bürgermeister der Spielstadt, die in aktuellen Diskussionen davon sprechen, dass sie nachhaltig durch ihre Erfahrung in der Spielstadt geprägt wurden, so interessant und wichtig solche einzelnen biographischen Berichte sind (die man natürlich im Sinne einer rekonstruktiven Methodologie in einer Forschung auch systematischer untersuchen könnte), fehlen jedoch Hinweise auf Wirkungen in anderen Bereichen, etwa der Berufsorientierung etc.

Vier Studierende des Fachbereichs SK und MitarbeiterInnen der Forschungsstelle FSPE führen aktuell im Rahmen des Seminars „Methoden der Evaluation am Beispiel der Kinderstadt „Düsseldörfchen“ -  einem temporären Bildungsort“ unter Leitung von Prof. Ulrich Deinet und Lisa Scholten (wissenschaftliche Mitarbeiterin) eine kleine Evaluation durch, sprechen mit "ehemaligen" Kindern, Mitarbeitern, den Kindern, Eltern in Form von Interviews usw. weil wir glauben, dass die Kinder hier sehr viel lernen, Erfahrungen machen usw.


Ziel des Seminars ist es, die Bedeutung von Kinderstädten als temporäre Orte in einer Bildungslandschaft zu evaluieren vor dem Hintergrund ihrer spezifischen Rahmenbedingungen und Möglichkeiten. Der empirische Teil des Seminars soll insbesondere den Blick der Kinder auf die Kinderstadt untersuchen z.B. mit folgenden Methoden:

  • Landkarte der Kinderstadt, in der bestimmte Orte markiert und bezeichnet werden,
  • Kinderfragebogen,
  • Gruppeninterviews mit „ehemaligen“ Kindern
  • Interviews mit Fachkräften und Eltern



Die Ergebnisse dieser explorativen Vorstudie sollen auch für ein größeres Forschungsprojekt genutzt werden, dass im Laufe des Jahres beantragt werden soll. Die Studierenden erhalten somit zugleich Einblicke in Methoden der empirischen Sozialforschung und Evaluation sowie einem wirklich interessanten Praxisprojekt vor Ort. Leider haben sich nur vier Studierende an dem Seminar beteiligt, was für uns auch ein Zeichen dafür ist, wie schwer es ist, eine Projektorientierung und Praxisforschung in ein doch inzwischen sehr verschulten Studiengang einzubauen.  

Ulrich Deinet, Lisa Scholten



Akki: „Düsseldörfchen – Eine Hafenstadt“
Der Südpark verwandelt sich in den Sommerferien zu einer ganz besonderen, vielseitigen Stadt, in der die Kinder drei Wochen lang das Sagen haben. In diesem Jahr rückt Düsseldörfchen ganz nah ans Wasser. Im Zentrum der Stadt entsteht diesmal das Hafenviertel mit einem großen, bewohnbaren Spielschiff als Wahrzeichen. An der Hafenkante wird der Leuchtturm auf die Mole gebaut, direkt nebenan trifft man sich zum Fischmarkt oder Rummel. Die Fähre bringt seetüchtige Entdecker zur Abenteuerinsel.
Die Kinderstadt hat alles, was zu einem funktionierenden Gemeinwesen dazugehört. In über 20 Werkstätten wartet wieder jede Menge Arbeit auf die Bürger, um Düsseldörfchen 2017 zum Leben zu erwecken. Ein breites Angebot aus Handwerk und Technik, Kunst und Kultur, Medien und Musik stehen bereit. Ob Filmstudio, Radio, Zeitung, Mode, Schmuckatelier, Schreinerei, Autowerk oder Anstreicherei. Und natürlich wird im Rathaus auch wieder ein Bürgermeister gesucht, der die Kinderstadt auf Kurs bringt!
Es wird Geld verdient und Handel getrieben, Talente werden entdeckt, Neues gelernt und die Seele baumeln gelassen. Wer sein Feriendomizil nicht auf dem Schiff bauen will, lässt sich auf dem Südsee-Campingplatz nieder. In der Werft werden Ruderboote und Kanus vom Stapel gelassen. Nach getaner Arbeit gibt es unterhaltsame Bühnenereignisse und in der Kombüse wartet Stärkung auf alle Seeleute und Landratten.
Die Kinderstadt ist ein Eldorado für 350 Kinder, die hier eigene Ideen verwirklichen können und gleichzeitig Teil einer ganz eigenen Stadt sind. Und mit ein wenig Phantasie hört man auch im Südpark bald Möwenkreischen und Wellenrauschen….



Christoph Honig und Sonja Hirschberg von Akki, sowie Ulrich Deinet und Lisa Scholten von der HSD im Düsseldörfchen.
Alle Fotos: Ulrich Deinet
Christoph Honig und Sonja Hirschberg von Akki, sowie Prof. Dr. Ulrich Deinet und Lisa Scholten von der HSD im "Düsseldörfchen" (Stadt der Kinder).
Evaluation der HSD durch Kundenbefragung der "Bürger*innen" im Düsseldörfchen
Evaluation der HSD durch Kundenbefragung der "Bürger*innen" im Düsseldörfchen