Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Fachbereich Sozial- & Kulturwissenschaften
Faculty of Social Sciences and Cultural Studies

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Sozial- und Kulturwissenschaften / Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag
07.04.2017

Der Fach­bereich SK auf dem Deutschen Kinder- und Jugend­hilfetag

Der Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften hat sich intensiv am Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag beteiligt, der in der Zeit vom 28. bis 30. März in den Düsseldorfer Messehallen stattgefunden hat.

Die Beteiligung basiert auf Kooperationen mit dem NRW Ministerium Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, dem Jugendamt und dem Sportamt der Stadt Düsseldorf sowie mit Trägern der Wohlfahrtspflege.


Pädagogik der Kindheit und Familienbildung am Stand des Ministeriums

Der Studiengang ‚Pädagogik der Kindheit und Familienbildung‘ präsentierte sich unter dem Dach des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport (MfKJKS) des Landes NRW und lud Akteurinnen und Akteure des Berufsfeldes der Kindheitspädagogik zu kurzen Gesprächen im Format „Auf einen Kaffee mit ….“ ein.

Eine besondere Rolle spielte hier das hochaktuelle Thema ‚Inklusion‘ mit Prof. Dr. Timm Albers von der Universität Paderborn, weitere aktuelle Themen wie ‚Partizipation und Demokratie in der Kita‘ mit Frau Prof. Dr. Reingard Knauer von der Fachhochschule Kiel sowie ‚Partizipation und Beschwerdeverfahren in Einrichtungen für Kinder‘ mit Prof. Dr. Ulrike Urban-Stahl von der Freien Universität Berlin, aber auch die Professionalisierung des Berufsfeldes Kindertagesbetreuung mit Frau Dipl.-Psych. Katja Grenner als Pädagogische Geschäftsleitung eines großen Berliner Trägers der Kindertagesbetreuung ‚Kindergärten City Berlin‘ und mit den Gründungs-Initiatorinnen der ‚Initiative Kindheitspädagogik NRW‘ Christine Nowak (M.A. Kultur, Ästhetik, Medien) und Agata Skalska (M.A. Empowerment), beide staatl. anerkannte Kindheitspädagoginnen.

Viele Gespräche wurden am Stand mit Vertreter*innen von Trägern der Kinder- und Jugendhilfe geführt, die sich in ihrem Aufgabenprofil auf die gesamte Altersgruppe der Kinder von 0 bis 14 Jahre beziehen und mit Trägern, die für Familien Bildungs-, Präventions- und Unterstützungsangebote unterbreiten. Das Berufsprofil Kindheitspädagogik, so die Rückmeldung der Träger, wird als Fachqualifikation hochgeschätzt und die Absolvent*innen sind gesuchte Fachkräfte. In dieser Weise brachte sich der Studiengang PKF von der HSD sehr gut in das Profil bester Kinder- und Jugendhilfepraxis in NRW ein


Der Fachbereich am Stand des Jugendamtes Düsseldorf. 

Der BA Studiengang war auch beim Stand des Jugendamtes der Stadt Düsseldorf vertreten und präsentierte sich u.a. mit einer Talkrunde zu Projekten von mehreren Kolleg*innen am 29.3., die vom Dekan Prof. Reinhold Knopp moderiert wurde.

Prof. Dr. Elke Kruse berichtete in dieser Runde, dass die Hochschule Düsseldorf derzeit eine Kooperation mit dem Haus der Talente schließt, die als Stiftung aus dem Competence Center Begabtenförderung Düsseldorf – CCB hervorgeht. Geplant sind Projekte zur wissenschaftlichen Begleitung  der individuellen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit dem Blick auf die Talente, die jedes Kind hat und die es zu entdecken und zu fördern gilt.

Der Studiengang ‚Pädagogik der Kindheit und Familienbildung‘ wird hier eine besondere Rolle einnehmen. Die individuelle Förderung von spezifischen Fähigkeiten ist in Institutionen der Kindheit besonders gut umsetzbar und die Erkenntnisse über Lernen in der Kindheit können von den Studierenden unmittelbar in den Praxistransfer mitgebracht werden. Familien können darauf setzen, dass ihre Kinder mit den Konzepten des CCB und nun dem Haus der Talente besondere Förderung erfahren. In die Kooperation gehören Fort- und Weiterbildungskonzepte, die Veröffentlichung von Praxismaterialien zur Förderung und auch die Evaluation des pädagogischen Alltags auf der Suche nach geeigneten Förderkonzepten.

In der Zusammenarbeit von Jugendzentren der Stadt Düsseldorf mit Studierenden im Lehrgebiet Bewegungspädagogik wurden Plakate zur Gesundheitsförderung von Jugendlichen entwickelt, die als Medien in den Einrichtungen der Jugendarbeit eingesetzt werden können. Prof. Dr. Harald Michels qualifizierte die Studierenden in seinem Seminar zudem zu GUT DRAUF-Teamerinnen und –Teamern, die nun einen Pool von potentiellen Praktikantinnen und Praktikanten für die gesundheitsfördernde Arbeit in den städtischen Jugendzentren bilden. Diese Netzwerkarbeit wird gemeinsam mit Ursula Rau (Jugendamt Düsseldorf) gestaltet und bildet einen Prozessbeitrag zur GUT DRAUF-Zertifizierung Düsseldorfer Jugendeinrichtungen. Im Bereich der Forschungsarbeiten berichtet Prof. Michels von der Zusammenarbeit mit dem Sportamt der Stadt Düsseldorf. Gemeinsam mit einem Mitarbeiter wurde das Projekt „Sport im Park“ evaluiert.

Prof. Ulrich Deinet stellte die großen Chancen vor, die sich aus der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis in den Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe und offenen Kinder- und Jugendarbeit ergeben. Er erläuterte dies am Beispiel von Forschung zur Ganztagsschule als Lebensort aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen und zur Entwicklung von Beteiligungsprojekten an mehreren Schulstandorten.

In Düsseldorf besuchen ca. 60% der Grundschulkinder eine Ganztagsschule, die in NRW als Offene Ganztagsschule (OGS) im Primarbereich in einer Kooperation von Schule und Trägern (meist aus der Jugendhilfe) organisiert ist. Bis 16 Uhr ist die Schule heute der Ort, an dem sich Kinder außerhalb ihrer Familien tagsüber aufhalten. Deshalb ist die Frage von großer Bedeutung, wie die Kinder diesen Ort wahrnehmen, welche Bedeutungen sie den einzelnen Räumen und dem Schulgelände, besonders dem Schulhof geben, welche Nutzungen sie entwickeln usw. Im Sinne einer ganzheitlichen Bildung ist es gerade für Schule und OGS wichtig eine Umgebung zu schaffen, die angstfreies Lernen ermöglicht und die Bedürfnisse der Kinder mit einbezieht. Dabei ist für eine Weiterentwicklung der OGS die Perspektive der Kinder äußerst bedeutend, um zu ermitteln, wie  Atmosphäre, räumliche Gestaltung oder Angebotsstruktur in der OGS erlebt werden. Es sollen mögliche Stressoren im Schulalltag ermittelt werden, die eine angstfreie Umgebung stören könnten. Ferner sollen Unterstützungsressourcen – und Bedarfe in Bezug auf den Lebensort Schule und dessen Ausgestaltung evaluiert werden. . 

Dies ist zum einen ein wichtiger Schritt in der notwendigen Beteiligung der Kinder an der Weiterentwicklung des Ganztags und seiner konkreten Gestaltung an der einzelnen Schule und kann auch Grundlage sein für Gestaltungsprozesse, die vielerorts aufgrund der Veränderung von Schule vom „Halbtag“ zum „Ganztag“, aber auch aufgrund der Renovierungsbedürftigkeit vieler Schulen notwendig sind. Dafür spielt die Eingebundenheit und die Öffnung der Schule in den jeweiligen Sozialraum als Stadtteil eine große Rolle


Kinder und Jugendliche als Expert*innen ihrer Lebenswelt                                      

Die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in die sozialräumliche Öffnung und Gestaltung von Schule als Lebensort kann auf vielfältige Weise erreicht werden. Prof. Dr. Ulrich Deinet stellte dazu Methoden aus dem Repertoire der qualitativen Sozialforschung vor, die als Aktions- oder Feldforschung Kinder und Jugendliche als die Expert/-innen ihrer Lebenswelt beteiligen (ausführlichere Infos dazu gibt es im Online-Journal www.sozialraum.de unter der Rubrik „Methodenkoffer“).

Die Methoden sind gleichzeitig analytisch (um die Sicht der Kinder zu erheben), animierend (aktivieren die Kinder, machen Spaß) und in hohem Maße partizipativ (die Kinder sind die Experten und werden entsprechend ernst genommen).

Ein besonderer Effekt besteht in der Aktivierung der Kinder und Jugendlichen an den jeweiligen Schulstandorten; dieser Effekt sollte unbedingt danach weitergeführt werden, weil unserer Erfahrung nach die Kinder und Jugendlichen ein großes Interesse an den eingesetzten Methoden haben und sich selbst als Experten ihrer Lebenswelt und nicht als abgefragte Konsumenten sehen.


Zukunft der Kinder und Jugendarbeit auf dem Fachforum des Paritätischen Wohlfahrtsverbands

In einem vom Gesamtverband des Paritätischen organisierten Fachforum zur   „Zukunft der Kinder- und Jugendarbeit – Empirie und Prognose“ stellte Prof. Reinhard Liebig erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt: „Zukunftsfähig!? Organisationswandel und Führungskräfteentwicklung in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Untersucht am Beispiel der Träger bzw. Initiativgruppen des Paritätischen Jugendwerks in Nordrhein-Westfalen

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) ist ein Segment der sozialen Sicherung in der Bundesrepublik Deutschland und steht in diesem Kontext für eine besondere Art und Weise der Einbindung von jungen Menschen in spezifische Angebotsstrukturen, die vergleichsweise niedrigschwellige Zugänge bereitstellen und Prinzipien wie Offenheit, Freiwilligkeit oder Partizipation umsetzen. Die vielfältigen externen Herausforderungen nötigen der OKJA insgesamt – wie vielen anderen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe auch – Anpassungsstrategien ab, die auf der Ebene der Verbände und Netzwerke, vor allem aber auf der Träger- bzw. der Einrichtungsebene entwickelt werden müssen. Das Projekt untersucht, welche externen Herausforderungen und Modernisierungserfordernisse von den Trägern/Organisationen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit wahrgenommen werden und wie erfolgreich sie darauf reagieren.




Vier Frauen an einem Stehtisch vor bunten Plakaten der Hochschule
Agata Skalska (links) und Christine Nowak (2. von rechts) von der 'Initiative Kindheitspädagogik' und Absolventinnen des Studiengangs 'Pädagogik der Kindheit und Familienbildung' im Gespräch mit Studierenden
Foto: Irene Dittrich
Drei Frauen und ein Mann an einem Stehtisch
Prof. Dr. Michaela Hopf im Gespräch mit Prof. Dr. Timm Albers (Universität Paderborn) und anderen
Foto: Elke Kruse
Zwei Frauen am Infostand vor bunten Plakaten der Hochschule
Gespräch mit Prof. Dr. Reingard Knauer (FH Kiel, links) und Katja Grenner (Kindergärten City Berlin, rechts)
Foto: Irene Dittrich
Drei Männer im Anzug und eine Frau mit langen Haaren an einem Stehtisch
Der Dekan, Prof. Dr. Reinhold Knopp, mit Prof. Dr. Harald Michels, Prof. Dr. Elke Kruse und Prof. Dr. Ulrich Deinet bei der Darstellung von Kooperationsbeziehungen des Fachbereichs mit der Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Düsseldorf
Foto: Janne Fengler
Zwei Frauren und zwei Männer an einem Stehtisch vor bunten Plakaten der Hochschule
Der Dekan und Kolleg*innen des Fachbereichs am Stand des Studiengangs 'Pädagogik der Kindheit und Familienbildung'
Vier Frauen an einem Stehtisch vor bunten Plakaten der Hochschule
Prof. Dr. Irene Dittrich, Studiengangsleitung, im Gespräch mit der 'Initiative Kindheitspädagogik' und Studierenden
Foto: Irene Dittrich
Zwei Frauen im Gespräch an einem Stehtisch vor bunten Plakaten
Prof. Dr. Ulrike Urban-Stahl (FU Berlin) mit Studentin nach einem Gespräch mit Prof. Dr. Elke Kruse
Foto: Elke Kruse
Eine Frau am Infostand vor bunten Plakaten der Hochschule
Studiengangskoordinatorin Judith Pierlings am Stand des Studiengangs 'Pädagogik der Kindheit und Familienbildung'
Foto: Elke Kruse
Infostand mit "HSD SK" Logo, bunten Plakaten, Materialien und Menschen
Der Stand des Studiengangs 'Pädagogik der Kindheit und Familienbildung' mit Gesprächsrunde 'Auf einen Kaffee mit ...'
Foto: Elke Kruse