Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Fachbereich Sozial- & Kulturwissenschaften
Faculty of Social Sciences and Cultural Studies

Studienschwerpunkt gesellschaftspolitik

Die Hochschule Düsseldorf (HSD) bietet im Rahmen des Master-Studiengangs Empowerment Studies einen gesellschaftspolitischen Schwerpunkt an, der in Teil- und Vollzeit studiert werden kann. Der Studienschwerpunkt Gesellschaftspolitik soll für politische Tätigkeitsfelder im sozialen Bereich qualifizieren, in denen es darum geht im Sinne des politischen Empowerments individuelle und kollektive Akteure darin zu unterstützen, ihre Interessen in gesellschaftlichen Kontexten zu organisieren und politisch durchzusetzen (z.B. im Rahmen
von (Leitungs-) Positionen mit politischem Gestaltungsanspruch in der Sozialen Arbeit, NGOs, Gewerkschaften, sozialpolitischen Organisationen und sozialen Bewegungen).


QUalifizierungsziele

Der Studienschwerpunkt Gesellschaftspolitik will die Qualifikation für Tätigkeiten mit gesellschaftspolitischen Gestaltungsbedarfen und -ansprüchen stärken. Auf der Basis kritischer Reflexion und der Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden sollen folgende Fach- und Methodenkenntnisse erworben werden:

  • vertiefte Kenntnisse soziologischer und politikwissenschaftlicher Grundlagen und damit verbunden die Fähigkeit zur begründeten kritischen Analyse von Politiken und Konstellationen von Akteur*innen, Institutionen und sozialen Strukturen mit besonderem Blick auf Machtverhältnisse, soziale, kulturelle und politische Teilhabe sowie deren Zusammenspiel.
  • ein methodisches und handlungsorientiertes Verständnis dafür, wie Lebenswelten und Lebenslagen von  Menschen im Sinne eines politischen Empowerments in der politischen Arena und im Rahmen gesellschaftspolitischer Konflikte thematisiert werden können.
  • ein theoretisch begründetes Verständnis des Zusammenwirkens der Mikroebene (etwa Adressat*innen Sozialer Arbeit), der Mesoebene von kollektiven Zusammenschlüssen (etwa Sozialen Bewegungen) und der Makroebene gesellschaftlicher Strukturen sowie staatlicher Politiken im Hinblick auf die Herstellung gesellschaftlicher Teilhabe.
  • vertiefte Kenntnisse politischer Strukturen und Prozesse, der Organisation kollektiver Akteure sowie des Sozialmanagements. Hierzu gehören insbesondere die Fähigkeit zur Analyse politischer Empowermentprozesse auf Mikro und Mesoebene und das Verständnis methodischer Grundlagen für deren Initiation, einschließlich beruflicher bzw. methodischer Ansätze zur Transformation von (politischen) Strukturen (z.B. im Sinne Sozialer Arbeit als Menschenrechtsprofession).
  • fundierte sozialwissenschaftliche Methodenkenntnisse, auf deren Basis praxis- bzw. anwendungsorientierte Analysen durchgeführt und Problemlösungskonzepte sowie politische Handlungsstrategien entwickelt und bewertet werden können.


Studienorganisation- und Verlauf

Studierende, die sich für den gesellschaftpolitischen Schwerpunkt entscheiden, müssen im Verlauf ihres Studiums dem Schwerpunkt zugeordnete Lehrveranstaltungen im Umfang von 48 Leistungspunkten belegen und die Master-Thesis zu einem gesellschaftspolitischen Thema verfassen. Der erfolgreich belegte Studienschwerpunkt wird im Master-Zeugnis ausgewiesen.


Kooperationsprojekte

Learning About the Holocaust, Genocide and Human  Oppression in Transatlantic Dialogue

 Ein Kooperationsprojekt mit der School of Social Work der University of Connecticut

Das Erinnern an den Holocaust als das von Deutschen maßgeblich verantwortete Großverbrechen des 20. Jahrhunderts hat in der Bundesrepublik Deutschland inzwischen zahlreiche unterschiedliche Praktiken der Erinnerung sowie Ansätze und Projekte des historischen Lernens hervorgebracht. Diese widmen sich nicht nur der Vermittlunghistorischen Wissens und der Förderung des Verstehens der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die den Holocaust ermöglicht haben, sondern zielen vielfach auch darauf ab, einer Wiederkehr von Antisemitismus und Rassismus entgegenzuwirken.
 
An den Holocaust als Großverbrechen wird nicht nur in Deutschland erinnert; in vielen anderen Gesellschaften sind Orte der Mahnung und Erinnerung entstanden, wird das Thema in Schule und Hochschule behandelt und gilt als Bezugspunkt einer an Menschenrechtenorientierten Gestaltung von Gesellschaft und Gemeinwesen. Dabei erwerben Menschen unterschiedlicher sozialer und regionaler Herkünfte und unterschiedlichen Alters auch Kenntnis über die deutsche Geschichte. Zugleich blickendiese Staaten auf ihre eigene Geschichte und damit auf Verbrechen und Unterdrückungspraktiken zurück, die beispielsweise im Zuge des Kolonialismus oder der Eroberung fremder Territorien begangen wurden. Die jeweiligen Praktiken des Erinnern sund der Auseinandersetzung mit der je eigenen Nationalgeschichte einerseits und dem Holocaust als übergreifen dem Gegenstand andererseits werden freilich nur seltenins Gespräch miteinander gebracht.
 
Zielsetzung des Projekts
 
Das Projekt Learning About the Holocaust, Genocide and Human Oppression in Transatlantic Dialogue möchte Studierenden aus den USA und Deutschland in gerade diesem Dialog der doppelten Perspektiven zusammenführen und so ermöglichen, dass Studierende aus den USA sich nicht nur in den USA und in Deutschland an Orten der deutschen Geschichte mit dieser befassen, sondern dies im Dialog mit Studierenden aus Deutschland tun. Zugleich sind diese aufgefordert, sich mit zentralen Strängen der US-Geschichte – etwa Sklaverei, Rassentrennung, Genozid gegenüber der indigenen Bevölkerung – im Dialog mit den Studierenden aus den USA zu befassen.

Beide Gruppen befassen sich an historischen Orten und an/ in Stätten der Erinnerung in den USA und in Deutschland mit der jeweils eigenen Geschichte, aber auch mit er der anderen.Dabei geht es nicht darum, diese zu vergleichen, sondern das Spezifische und das Allgemeine kennen zu lernen, herauszuarbeiten und in Beziehung zusetzen.
Das Projekt ist ein gemeinsames Projekt zwischen der Hochschule Düsseldorf HSD (Projektleitung: Prof. Dr. Fabian Virchow) und der School of Social Work der University of Connecticut (Projektleitung:Ass. Prof. Dr. Lisa Werkmeister Rozas) und sieht eine Reise einer Studierendengruppe aus den USA nach Deutschland im Januar 2018 und eine Reise von Studierenden aus Deutschland in die USA im April 2018 vor. In beiden Fällen nehmen die Studierenden aus den USA und aus Deutschland am Gesamtprogramm im jeweiligen Land teil; damit der Dialog tatsächlich intensiv stattfinden kann, sollen die selben Studierenden an beiden Teilen des Studierendenaustausches teilnehmen.


Ansprechpartner*in: Sara Madjlessi-Roudi (sara.madjlessi-roudi@hs-duesseldorf.de)
 

Empowerment meets Organizing

Kooperation des Masters Empowerment Studies mit der IG Metall BaWü


Mit dem WS 2016/17 startete der Master Empowerment Studies eine Kooperation mit der IG Metall zu gewerkschaftlichem Organizing. Im Rahmen der Kooperation soll ein Wissensaustausch zwischen der gewerkschaftlichen Praxis und der Lehre im Master erzielt werden.

Die IG Metall führt derzeit mehrere bezirkliche Organizingprojekte durch, um gewerkschaftliche Arbeit in den Betrieben zu stärken.

Ansprechpartner*innen der Kooperation:
IG Metall: Martin Gürtler (martin.guertler@igmetall.de)
HS Düsseldorf: Sara Madjlessi-Roudi (sara.madjlessi-roudi@hs-duesseldorf.de)

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Exkursion des Masters Empowerment Studies zur IG Metall BaWü

Veränderungen im Sozialstaat bleiben nicht ohne Folgen für die Interessenvertretung sozial Benachteiligter durch gesellschaftliche Akteure. In den Gewerkschaften hat in den letzten Jahren der Ansatz des Organizing, hier verstanden als ein systematisches Maßnahmenbündel zur Mitgliedergewinnung mit dem Ziel der Stärkung der eigenen Durchsetzungskraft, an Bedeutung gewonnen. Wie Organizing‚ konkret geht‘ konnten Studierende des Masters Empowerment Studies vom 19.-21.7.2017 auf einer Exkursion zur IG Metall Baden-Württemberg nach Stuttgart kennenlernen.
Dort gab es die Gelegnheit, mit erfahrenen Organizing-Praktiker*innen betriebliche Fallbeispiele zu besprechen und während einer Betriebsbesichtigung bei Bosch-Feuerbach Herausforderungen für gewerkschaftlche Arbeit mit einem Betriebsrat zu diskutieren. „Es war sehr eindrucksvoll an den Erfahrungen der Praktiker_innen teilzuhaben und zu sehen, welche vielfältigen Biografien und Tätigkeiten hinter der Arbeit eines Organziers/ einer Organizerinstecken“, sagt Prof. Dr. Simone Leiber, die Leiterin der Seminarexkursion.
Der abschließende Teil der Exkursion befasste sich damit, wie Erfahrungen mit dem IG Metall Organizing-Instrumentarium auch auf andere Bereiche (z.B. Organizing im sozialen Sektor, Community Organizing) übertragen werden könnten.


​Aktuelles

Veran­staltung­ „Care-­Revolution“­ erfolgreich


 
Am 12.12.16 hatte die Hochschule Düsseldorf ihre Türen für die Veranstaltung „Care Revolution – Sorgearbeit unter Druck. Notwendigkeit einer Care Revolution“ geöffnet. Sie wurde im Rahmen einer Lehrveranstaltung des Masters Empowerment Studies im Fachbereich Kultur- und Sozialwissenschaften organisiert, und gab nicht nur Studierenden und Lehrenden der Hochschule, sondern insgesamt rund 80 Teilnehmenden, auch der kooperierenden Praxispartner_innen von Ver.di NRW, Wir Frauen und dem Frauenform Düsseldorf  Einblicke in Problematiken der Vereinbarkeit von Sorgearbeit und Existenzsicherung im zeitgenössischen Kapitalismus. Nähere Informationen finden Sie .hier