Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Fachbereich Sozial- & Kulturwissenschaften
Faculty of Social Sciences and Cultural Studies

Prof. Dr. Christian Bleck

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​​​​​​​​​​Aktuelle Forschungsprojekte:

1. Selbstbestimmt teilhaben in Altenpflegeeinrichtungen


Angesichts des demografischen Wandels ist die Organisation 'guter Sorge und Pflege' im Alter eine der zentralen gesellschaftlichen Zukunftsaufgaben. Das Projekt STAP setzt den Akzent auf die stationäre Altenhilfe und Frag​en der selbstbestimmten Teilhabe von Bewohner_innen in Pflegeeinrichtungen. Pflegebedürftige sollen nicht nur qualitativ hochwertig medizinisch und pflegerisch versorgt werden, sondern ein würdiges und selbstbestimmtes Leben führen können, das eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben weiterhin ermöglicht. In der Praxis steht eine Umsetzung gesellschaftlicher Teilhabe im Rahmen stationärer Einrichtungen, die – nach dem Prinzip der Selbstbestimmung –  auch die individuellen Wünsche und Bedarfe der Bewohner_innen berücksichtigt, vor großen Herausforderungen. Letztlich sind Teilhabe und Selbstbestimmung  zwar viel genutzte Schlagwörter, aber ihre alltagspraktische Bedeutung und Umsetzung in der stationären Altenhilfe bleiben bislang diffus. Das macht auch die Überprüfung der darauf bezogenen Ergebnisqualität nahezu unmöglich.
Zur Umsetzung einer selbstbestimmten gesellschaftlichen Teilhabe fehlt es folglich an praxistauglichen Orientierungen für Einrichtungen der Altenhilfe. Diese sollen im vorliegenden Projekt in Form eines Musterrahmenkonzepts entwickelt und erprobt werden.

Laufzeit 

2017 - 2019

Träger des Forschungsprojekts 

Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V. in Kooperation mit der HSD​​

Projektleitung (Caritasverband) 

Helene Maqua

Mitarbeit (Caritasverband) 

Henry Kieschnick

Beratung und Begleitung

Dr. Harry Fuchs, Prof. Dr. Simone Leiber (UDE)

Wiss. Projektleitung (HSD) 

Prof. Dr. Christian Bleck

Mitarbeit (HSD) 

Laura Schultz, Ina Conen, Timm Frerk

Förderer

Stiftung Wohlfahrtspflege NRW

weitere Informationen zum Projekt STAP


2. Sozialräumliche Analysen mit älteren Migrant_innen im Rahmen des Projektes ‚Alter im Zeichen der Vielfalt‘


Hintergrund

Spezifische Lebenslagen von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte im Alter stehen in den letzten Jahren zunehmend im Fokus von Forschungsstudien, Modellprojekten und Handlungskonzepten (z.B. Gaidys 2014; Kumru 2014; Schweikert, Grande & Sonntag 2014; Hahn 2011; Münchmeyer-Elis 2010; Huth 2005; Obermann 2003). Dabei werden unterschiedliche Perspektiven – etwa die gesundheitliche und pflegerische Versorgung, die soziale Unterstützung und gesellschaftliche Teilhabe von älteren Migrant_innen – empirisch analysiert und handlungspraktisch reflektiert. Unter dem Begriff der kultursensiblen Altenhilfe ist inzwischen sogar ein eigenständiger Diskursstrang zu erkennen (Hahn 2011, S. 11), der sich insbesondere auf die Berufspraxis in pflegerischen Kontexten bezieht. Allerdings gibt es bislang kaum Studien, welche die Bedarfe älterer und alter Menschen mit Migrationshintergrund speziell aus sozialräumlicher Perspektive beleuchten (z.B. May & Alisch 2013).
Im Rahmen des Projektes ‚Alter im Zeichen der Vielfalt‘ wird der Frage nachgegangen, welche sozialräumlichen Nutzungen und Bedarfe bei älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte im Stadtteil Düsseldorf-Lierenfeld existieren. Gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt Düsseldorf nutzt und erprobt die Hochschule Düsseldorf hierfür sozialräumliche Zugänge und Methoden, um partizipativ die Sicht von älteren Migrant_innen auf diesen Stadtteil aufzunehmen. Auf Grundlage der Analyseergebnisse werden von der Arbeiterwohlfahrt Düsseldorf konkrete Aktivitäten und Angebote entwickelt und durchgeführt.

Fragestellung und methodisches Vorgehen der HSD

Der untersuchungsleitenden Fragestellung ‚Was sind aktuelle sozialräumliche Nutzungen und Bedarfe von älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Düsseldorf-Lierenfeld?‘ wird mit folgenden Forschungszugängen und -methoden nachgegangen:

1. Literaturanalyse: Zur Fundierung der empirischen Arbeiten sowie zur Anregung der Praxisangebote erfolgt eine Literaturrecherche und -analyse von Theoriebeiträgen, Forschungsstudien und Praxisprojekten, die sich auf ältere Migrant_innen beziehen.

2. Lebensweltanalyse: Zur Analyse der lebensweltlichen Sicht von älteren Migrant_innen vor Ort werden Fokusgruppen durchgeführt und sozialräumliche Analyse- und Beteiligungsmethoden (u.a. Nadelmethode und Stadtteilbegehung) angewendet, die hierfür weiterentwickelt werden. Da ältere Migrant_innen selbstredend eine heterogene Bevölkerungsgruppe sind, sollen spezifische Gruppen von Migrant_innen mit Multiplikator_innen angesprochen und speziell ihre aktuellen Nutzungen, Bedarfe und Interessen in Lierenfeld identifiziert werden. Die Workshops finden in Kooperation mit dem zentrum plus Flingern-Süd und dem zentrum plus Lierenfeld statt und werden durch die Multiplikator_innen auch mit Übersetzungen unterstützt.

3. Angebotsanalyse: Zur Erfassung von Art und Umfang sowie zur Beurteilung von Zugängen, Barrieren und Lücken vorhandener sozialer Infrastrukturangebote für ältere Migrant_innen in Lierenfeld werden Internet- und Dokumentenanalysen sowie Expert_inneninterviews durchgeführt.

Die Ergebnisse der empirischen Analysen der HSD dienen sowohl der Entwicklung von Aktivitäten und Angeboten der Arbeiterwohlfahrt Düsseldorf als auch der wissenschaftlichen (Weiter-)Entwicklung von Zugängen sozialräumlicher Handlungsforschung zu älteren Migrant_innen.
 
Laufzeit

2017 - 2019
 
Projektkooperation und -finanzierung

Das Projekt wird in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt Düsseldorf und dem Amt für soziale Sicherung und Integration der Landeshauptstadt Düsseldorf durchgeführt. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln der Förderlinie ‚Entwicklung altengerechte Quartiere NRW‘ des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
Projektteam der HSD

Wissenschaftliche Projektleitung: Prof. Dr. Christian Bleck
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Agata Skalska
Studentische Mitarbeiterin: Sabrina Zimmer


3. ​Sozialraumanalyse in Düsseldorf Gerresheim: Ältere Menschen in Armutslagen

Hintergrund

Die Situation in dem ausgewählten Projektgebiet im Gerresheimer Süden ist einerseits durch einen hohen Anteil von älteren und alten Menschen und andererseits durch veränderte Rahmenbedingungen in den letzten Jahren (z. B.  Zuzug von geflüchteten Menschen, Entstehung von Neubaugebieten bspw. „Quellenbusch“, „Glasmacherviertel“, Sanierungen von Wohneinheiten und steigende Mieten, vermehrte Schließung des Einzelhandels) gekennzeichnet. Vor diesem Hintergrund wird spezifisch die aktuelle Bedarfslage der dort lebenden älteren und alten Menschen – insbesondere in Armutslagen – beleuchtet. Die Zielstellungen des Forschungsprojektes beziehen sich daher (1.) auf die Erfassung und Darstellung der veränderten Bedarfslage im Gerresheimer Süden, (2.) die Bestandsaufnahme der bisherigen Kooperationen und Ressourcen im Haupt- und Ehrenamt und darauf basierend (3.) der Entwicklung einer konzeptionellen Handlungsempfehlung.

Fragestellung und methodisches Vorgehen

Die untersuchungsleitende Fragestellung für die empirischen Erhebungen und partizipativen Workshopverfahren im Rahmen der Sozialraumanalyse lautet: „Wie ist die aktuelle Ausgangs- und Bedarfslage von älteren Menschen (v. a. auch in Armutslagen) im Süden Gerresheims?“ Diese übergeordnete Untersuchungsfrage wurde anhand folgender Untersuchungsfragen konkretisiert:

  • Wie ist die aktuelle Situation von älteren Menschen (in den verschiedenen Sozialräumen) im Gerresheimer Süden? Was hat sich dort in den letzten Jahren verändert?
  • Was sind die aktuellen Bedarfe von älteren Menschen in den dortigen Sozialräumen? Was sind dort die besonderen Bedarfe von älteren Menschen in Armutslagen?
  • Welche professionellen und zivilgesellschaftlichen bzw. ehrenamtlichen Ressourcen bestehen für die identifizierten Bedarfe? Welche Ideen und Ansätze lassen sich für sozialräumliche Weiterentwicklungen identifizieren?

Zur Beantwortung der Forschungsfrage werden folgende Untersuchungsmethoden eingesetzt:

  • Leitfadengestützte Expert_inneninterviews (N=8) (professionelle und zivilgesellschaftliche Akteur_innen aus unterschiedlichen Sozialräumen),
  • Teilstandardisierte Zielgruppenbefragung von älteren Menschen (in Armutslagen) (N=40),
  • Workshopverfahren mit Bewohner_innen, Schlüsselpersonen und professionellen Akteur_innen des Stadtteils.

Laufzeit

2017 – 2018

Projektkooperation und -finanzierung

Das Forschungsprojekt wird in Kooperation mit dem „Netz gegen Armut – Wir leben Nachbarschaft im Stadtbezirk 7“ und dem Kreisverband Arbeiterwohlfahrt Düsseldorf e.V. durchgeführt. Finanziert wird das Forschungsprojekt vom Kuratorium Deutsche Altershilfe e.V. aus Mitteln des Deutschen Hilfswerks.

Projektteam

Wissenschaftliche Projektleitung: Dr. Anne van Rießen und Prof. Dr. Christian Bleck
Wissenschaftliche Mitarbeit: Saskia Reuber BA     ​                                                                   

Studentische Mitarbeiterin: Sabrina Zimmer


4. Sozialräumliche Bezüge in der stationären Altenhilfe

Hintergrund

Konzepte der Sozialraumorientierung erfahren auch mit Bezug auf die Alterung der Gesellschaft – häufiger unter Verwendung des Quartiersbegriffes – zunehmende Aufmerksamkeit in Wissenschaft, Fachpolitik und -praxis. Es geht hier um Quartierskonzepte, die Selbstbestimmung und soziale Teilhabe im Alter fördern bzw. erhalten und dabei etwa um barrierefreie bzw. -arme Wohnungen und Wohnumgebungen, wohnortnahe gesundheitliche und pflegerische Versorgungs- und Unterstützungsangebote ebenso wie um niedrigschwellige soziale Infrastrukturen wie Nachbarschaftshilfen, soziale Dienste, Beratungs- und Anlaufstellen (z.B. MGEPA NRW 2013; Evangelisches Johanneswerk 2011; Kreuzer, Reicher & Scholz 2008). Demzufolge ist auch ein erweiterter Forschungsstand zu den Bedarfen älterer Menschen im Wohnquartier zu verzeichnen. Bislang mangelt es aber an sozialraumbezogener Forschung, welche speziell die Potentiale der stationären Altenhilfe im Quartier näher beleuchtet. Auch wenn der durch das Kuratorium Deutscher Altershilfe entwickelte Ansatz der ‚KDA-Quartiershäuser‘ bereits für eine Neuausrichtung von Alten- und Pflegeheimen steht (Michell-Auli & Sowinski 2012), bleibt noch unbeantwortet, welche Rolle Sozialraumorientierung gegenwärtig in der Praxis stationärer Altenhilfe spielt.

Fragestellungen

In dem Forschungsprojekt ‚Sozialräumliche Bezüge in der stationären Altenhilfe‘ wird in der Stadt Düsseldorf und damit exemplarisch für den urbanen Raum ermittelt, ob und inwieweit eine Öffnung der stationären Altenhilfeeinrichtungen zum Sozialraum bzw. Quartier dazu beitragen kann, stationäre Einrichtungen auch als Ressource im Quartier zu betrachten, die zur Inklusion von alten Menschen mit Pflegebedarf beitragen kann. So werden im Rahmen der Erhebungen insbesondere folgende Fragestellungen beleuchtet:       

  • Was sind zentrale Voraussetzungen, Potentiale und Hemmnisse von 'Quartiersorientierung' in stationären Altenpflegeeinrichtungen (>Öffnung zum Quartier)?       
  • Welche Bedeutung hat ‚Quartiersorientierung‘ in der Arbeit der Einrichtungen? ·        
  • Welche konkreten Bezüge bestehen zwischen den Einrichtungen und dem Quartier? Berücksichtigt wurden dabei v.a.:
    • Institutionelle Kooperationen im Quartier,
    • Nutzungen der Einrichtungen durch Quartiers-Bewohner_innen,
    • Nutzungen des Quartiers durch Bewohner_innen der Altenhilfeinrichtungen.

Methodisches Vorgehen

Im Rahmen der Düsseldorfer Studie werden einerseits Expert_innen-Interviews sowie Gruppendiskussionen mit Fachkräften und Bewohner_innen sowie andererseits eine Online-Befragung mit Leitungskräften Düsseldorfer Altenpflegeeinrichtungen durchgeführt und damit zentrale Inhalte von Quartiers- bzw. Sozialraumorientierung in der stationären Pflege beleuchtet.

Laufzeit

2015 - 2016 (zurzeit weiterhin laufende Transferaktivitäten) 

Projektkooperation und -finanzierung

Das Projekt wird in Kooperation mit dem Amt für soziale Sicherung und Integration der Landeshauptstadt Düsseldorf durchgeführt und aus Mitteln der hochschulinternen Forschungsförderung sowie der Dr. Rennebom/ Dr. Rützel Stiftung finanziert.

Projektteam

Koordination: Prof. Dr. Reinhold Knopp, Prof. Dr. Christian Bleck und Anne van Rießen.

Mitarbeit: Dr. Thorsten Schlee, Carina Bhatti, Antje Fuchs und Jutta Giersch.

Transfer

Ausgewählte Ergebnisse der Studie wurden im Rahmen einer Fach- und Praxistagung am 13. November 2015 insbesondere mit Führungs- und Fachkräften aus der stationären Altenhilfe und der kommunalen Verwaltung diskutiert (siehe im Folgenden):

Impulsreferat - Sigrid Leitner.pdf

Ergebnisse des Forschungsprojektes - Christian Bleck und Anne van Rießen.pdf

Ergebnisse der Arbeitsgruppen.pdf

Die Tagungsergebnisse werden in den Projektbericht einfließen, der 2018 als Monografie unter dem Titel 'Sozialräumliche Perspektiven in der stationären Altenhilfe. Eine empirische Studie im städtischen Raum' im VS-Verlag veröffentlicht wird.

Des Weiteren wurden die Projektergebnisse über Fachvorträge kommuniziert und in Zeitschriftenbeiträgen sowie in dem vom Projektteam herausgegebenen Sammelband 'Alter und Pflege im Sozialraum. Theoretische Erwartungen und empirische Bewertungen' publiziert (siehe Publikationen). 


Abgeschlossene Forschungprojekte

(vorwiegend in koordinierender und durchführender Funktion als wissenschaftlicher Mitarbeiter)

'Soziale Ressourcen für altersgerechte Quartiere' im Rahmen der BMBF-Förderlinie SILQUA (Soziale Innovationen für Lebensqualität im Alter)
'Junge Wohnungslose – U25'
Evaluation der EQUAL-Entwicklungspartnerschaft 'Offensive für Ältere'
Expertise 'Modelle der Kompetenzfeststellung im beschäftigungs- und bildungstheoretischen Diskurs unter besonderer Berücksichtigung von Gender Mainstreaming'
Evaluation des Projektes 'Ausbildungsorientierte Beratung und Begleitung in Schulen – ABS'
Evaluation des Projektes 'Betweenies II'
Zielgruppen- und Wirkungsanalyse von Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen des Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands e.V.
Bedingungen, Grenzen und Möglichkeiten der Effektivitätskontrolle in der Sozialen Arbeit (HIFF-Projekt)