Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Fachbereich Sozial- & Kulturwissenschaften
Faculty of Social Sciences and Cultural Studies

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Sozial- und Kulturwissenschaften / Publikationen, Sozial- & Kulturwissenschaften, Veröffentlichung
30.01.2017

Zweite Ausgabe der Onlinepublikationsreihe "Studies in Social Sciences and Culture" veröffentlicht

Die zweite Veröffentlichung in der Online-Publikationsreihe "Studies in Social Sciences and Culture. Aus der Forschung des Fachbereichs Sozial- und Kulturwissenschaften der HSD" ist erschienen. Sie widmet sich dem Thema Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Sorgearbeit bei männlichen Pflegenden. Die Thematik wurde innerhalb des von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Forschungsprojekts "MÄNNEP - Männer zwischen Erwerbstätigkeit und Pflege" von Prof. Dr. Simone Leiber (HS Düsseldorf), Prof. Dr. Sigrid ​​Leitner (TH Köln), Prof. Dr. Diana Auth (FH Bielefeld) und Mirjam Dierkes (HS Hannover) untersucht.


Die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Sorgearbeit ist ein wichtiges Handlungsfeld wohlfahrtsstaatlicher Politik. Vorhandene Studien nehmen dabei vorwiegend die Vereinbarkeit von Kindererziehung und Beruf durch Frauen in den Blick, und betrachten überwiegend staatliche Politiken. In dieser Studie ging es um Männer, die erwerbstätig sind und gleichzeitig pflegen. Dabei wurde auch die betriebliche Ebene einbezogen, eine Analyseperspektive, die in den theoretischen Ansätzen und Typologien der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung eher vernachlässigt wird. 

In Deutschland ist der Anteil der pflegenden Söhne in den letzten Jahren deutlich angestiegen. In den qualitativen Studien wurden elf Betriebsfallstudien in deutschen Unternehmen durchgeführt und dabei rund 60 Interviews mit erwerbstätigen, pflegenden Männern sowie betrieblichen Interessenvertretungen der Beschäftigten und Personalabteilungen von Unternehmen geführt. Im Zentrum standen dabei betriebliche, familiäre, soziale und rechtliche Ressourcen der pflegenden Männer, deren Bewältigungsmuster bei der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowie von ihnen identifizierte Lücken des wohlfahrtsstaatlichen Systems.

Die überwiegende Mehrheit der pflegenden Söhne gab dabei an, keine Vereinbarkeitsprobleme zu haben, obwohl sie beträchtliche Zeit mit den unterstützenden und pflegerischen Aufgaben verbringen. Diesem Puzzle wurde versucht nachzugehen, indem typische Pflegearrangements herausgearbeitet wurden. Es zeigte sich, dass die hier untersuchten Söhne in der Regel die Pflege um ihre (Vollzeit-)Erwerbstätigkeit herum organisieren, während Frauen ihre Erwerbstätigkeit tendenziell nach der Pflege ausrichten. Vor dem Hintergrund der feministischen Kritik am "adult worker model" wird dies näher diskutiert: Haben die Männer etwa eine Lösung für die Blindheit des "adult workel models" für Sorgearbeit, ohne ins "cold modern model of care" zu verfallen? Welche Ressourcen werden in "adult worker care arrangements" vor allem genutzt? Wo liegen Grenzen dieses Ansatzes?



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