Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Fachbereich Sozial- & Kulturwissenschaften
Faculty of Social Sciences and Cultural Studies


Das Weiterbildende Zertifikatsstudium 2016/2017 hat am 01.03.2016 begonnen. Dafür sind leider keine Anmeldungen mehr möglich. Ein zweiter Durchgang wird voraussichtlich am 01.09.2017 beginnen. Falls Sie daran Interesse haben, setzen Sie sich bitte mit Frau Ismail (Kontaktdatensiehe Anmeldung) in Verbindung.


Ab 01.01.2017 Beiordnung von Psychosozialen Prozessbegleiter*innen auf Antrag der oder des Verletzten Pflicht!!!!!

Die Beiordnung ist für den oder die Verletzte kostenfrei!!! Hohe Beiordnungszahlen werden ab 01.01.2017 erwartet.


Ab 01.01.2017 Abschluss einer vom Land anerkannten Aus- oder Weiterbildung zum oder zur Psychosozialen Prozessbegleiter*in erforderlich!


Durch das 3. Opferrechtsreformgesetz vom 21.12.2015 ist die Psychosoziale Prozessbegleitung mit umfänglicher eigenständiger Regelung gem. § 406g StPO in die Strafprozessordnung aufgenommen worden. Gleichzeitig regelt ein eigenes Gesetz – Gesetz über die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren (PsychPbG) –:      

  • Die Grundsätze der Psychosozialen Prozessbegleitung       

  • Die Anforderungen an die Qualifikationen der oder des Psychosozialen Prozessbegleiters/in        

  • Die Vergütung

Der genaue Gesetzestext und Gesetzgebungsverlauf ist abrufbar unter:

http://dipbt.bundestag.de/extrakt/ba/WP18/651/65145.html


Pflichtbeiordnungen


Das Gericht muss auf Antrag des oder der Verletzten gem. § 406g Abs. 3 S. 1 i.V.m. § 397a Abs. 1 Nr. 4 und 5 StPO einen oder eine Psychosoziale Prozessbegleiter*in beiordnen, wenn       

  • eine rechtswidrige Tat gem. §§ 174 bis 182, 225, 221, 226, 226a, 232 bis 235, 237, 238 Abs. 2 und 3, 239a, 239b, 240 Abs. 4, 249, 250, 252, 255 oder 316 StGB vorliegt

UND       

  • der oder die Verletzte 

    • unter 18 Jahre alt ist oder

    • seine oder ihre Interessen selbst nicht ausreichend wahrnehmen kann.  



Weitere Beiordnungsmöglichkeiten


Das Gericht kann auf Antrag des oder der Verletzten gem. § 406g Abs. 3 S. 1 i.V.m. § 397a Abs. 1 Nr. 1 bis 3 StPO einen oder eine Psychosoziale Prozessbegleiter*in beiordnen, wenn

  • die besondere Schutzbedürftigkeit der oder desVerletzten dies erfordert

UND       

  • der oder die Verletzte von einer Straftat betroffen ist, im Sinne eines/r/also 

    • Verbrechens nach den §§ 177, 179, 232, 233 StGB oder

    • versuchten rechtswidrigen Tat nach §§ 211 und 212 StGB oder

    • Lebenspartner*in, Ehepartner*in, Eltern, Kinder oder Geschwister eines durch die rechtswidrige Tat Getöteten oder

    • Verbrechens nach den §§ 226, 226a, 234 bis 235, 238 bis 239b, 249, 250, 252, 255, 316a StGB, das bei ihm oder ihr zu schweren körperlichen oder seelischen Schäden geführt hat oder voraussichtlich führen wird.






Weiterbildungszertifikat Psychosoziale Prozessbegleitung




Warum ein Weiterbildungszertifikat

„Psychosoziale Prozessbegleitung“?


Verletzte von Straftaten haben ein Anrecht darauf, durch das Strafverfahren nicht erneut zum Opfer zu werden. Um das Strafverfahren mit seinen für Laien schwer verständlichen Abläufen erträglich zu gestalten, gibt  es die Psychosoziale Prozessbegleitung. Diese steht dem Verletz­ten während des gesamten Verfahrens zur Seite und übernimmt eine Dolmetscherfunktion.

Ziel der Psychosozialen Prozessbegleitung ist es, das Strafverfahren mit seinen Erfordernissen und Abläufen nicht zur zusätzlichen Belastung für den verletzten Menschen werden zu lassen. Ab dem 01.01.2017 ist nach dem neu in die Strafprozessordnung eingefügten § 406g eine Pflichtbeiordnung der psychosozialen Prozessbegleitung bei gleichzeitiger Übernahme der Kosten durch die Staatskasse vorgeschrieben. Denn am 03.12.2015 hat der Bundestag das 3. Opferrechtsreformgesetz mit den Regelungen zur Psychosozialen Prozessbegleitung einstimmig verabschiedet, das am 18.12.2015 auch noch den Bundesrat passiert hat (Bundesrat-Drucksache 591/15).

Bisher gab es eine Pflichtbeiordnung der Psychosozialen Prozessbegleitung und gleichzeitige Übernahme der Kosten durch die Staatskasse im Gesetz nicht. Durch das neue Gesetz wird sich die Lage spezieller Opfergruppen, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, verbessern. Das dritte Opferrechtsreformgesetz (BT-Drs. 18/4621) sieht vor, dass Menschen, die als Psychosoziale Prozessbegleiter*innen beigeordnet werden, eine besondere Qualifikation besitzen, die in der Regel mit einem Weiterbildungszertifikat nachgewiesen werden muss. Die Arbeitsgruppe der Justizminister*innenkonferenz hat sowohl für die Psychosoziale Prozessbegleitung als auch für die Erteilung des Weiter­bildungszertifikats Mindeststandards vorgegeben. Anhand der Hochrechnung von Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik ist damit zu rechnen, dass ein sehr hoher Bedarf an zertifizierten Prozessbegleiter*innen bestehen wird.



Weiterbildendes Zertifikatsstudium „Psychosoziale Prozessbegleitung“

an der Hochschule Düsseldorf


Die Teilnehmer*innen an der Weiterbildung werden nach § 62 Abs. 2 HG NRW als Gasthörer*innen eingeschrieben. Die Teilnehmer*innen erhalten gem. § 62 Abs. 4 HG NRW Weiterbildungszertifikate.

Die Voraussetzungen für die Teilnahme an dem Weiterbildenden Studium und den Erhalt des Zertifikats sind in der Prüfungsordnung für das weiterbildende Zertifikatsstudium „Psychosoziale Prozessbegleitung“ an der Hochschule Düsseldorf geregelt.  

Das Weiterbildende Zertifikatsstudium erstreckt sich über zwölf Monate. Es besteht aus zwanzig Präsenztagen, Selbststudium und paralleler Bearbeitung von Online-Fällen. Der Gesamtumfang beträgt 416 Stunden. Das Angebot entspricht den Mindeststandards für Weiterbildungen – nach den Vorgaben des Berichtes der Arbeitsgruppe des Strafrechtsausschusses „Psychosoziale Prozessbegleitung“, eingerichtet aufgrund des Beschlusses der 83. Konferenz der Justizminister*innen im Juni 2012 – zur „Psychosozialen Prozessbegleitung“ mit Berechtigung ein Weiterbildungszertifikat zu erteilen. Dieses Zertifikat ist in der Regel Voraussetzung für die Beiordnung durch das Gericht.



Z u g a n g s v o r a u s s e t z u n g e n


Qualifizierter Abschluss in einem Studiengang (FH/Universität)

  • Sozialpädagogik

  • Soziale Arbeit

  • Pädagogik

  • Psychologie

      oder abgeschlossene Berufsausbildung in diesen Bereichen mit
      fachspezifischer, wissenschaftlich anerkannter Zusatzausbildung

            und dreijährige Berufserfahrung.



M o d u l e   u n d   I n h a l t e


Modul 1 – Recht

In dem Modul werden die relevanten strafrechtlichen Abläufe sowie für Verletzte sonstigen relevanten rechtlichen Regelungen dargestellt. Insbesondere werden die Grundlagen für die für das Zertifikat erforderlichen zwei Prozessdokumentationen vermittelt.

Hauptreferent:

  • Prof. Dr. Klaus Riekenbrauk (emer.) – Strafverteidiger.

Gastreferentinnen:

  • Anke Herold – Psychosoziale Prozessbegleiterin (RWH), Zeugenbegleiterin AG und LG Köln.

  • Astrid Raimann – Rechtsanwältin, insbesondere Nebenklagevertretungen für Verletzte, Fachanwältin für Familien- und Strafrecht.

  • Beate Daber – Fachpsychologin für Forensische Aussagepsychologie.

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Modul 2 – Viktimologie

In dem Modul werden die wesentlichen Erkenntnisse der Opferforschung vermittelt. Welche Opferbedürfnisse und Bewältigungsstrategien gibt es? Wie können sekundäre Viktimisierungen (erneute Opferwerdungen) durch das Strafverfahren vermieden werden?

Hauptreferentin:

  • Prof. Dr. Gaby Temme – Juristin & Diplom-Kriminologin, Hochschule Düsseldorf.

Gastreferent*innen:

  • Reinhild Beermann – Dipl. Sozialarbeiterin, Psychosoziale Prozessbegleiterin (RWH), Vorstand Bundesverband Psychosoziale Prozessbegleitung, Zornröschen – Fachberatungsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen
  • Prof. Dr. Irene Dittrich – Studiengangsleiterin Pädagogik der Kindheit und Familienbildung,
    Hochschule Düsseldorf.
  • Dr. Bernhard Weiner – Rechtsanwalt (insbesondere Nebenklagevertretungen für Verletzte).
  • EKHKa.D.JürgenNeerhut – langjährigerErmittlerbeiTötungsdelikten.
  • Dr.RitaBley – Kriminal-undPolizeiwissenschaftlerin.

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Modul 3 – Forensische Psychologie & Psychotraumatologie

Das Modul setzt sich aus psychologischer und medizinischer Sicht mit den zentralen Fragen auseinander, welche Herausforderungen Opferwerdung und Traumatisierung durch Straftaten für die Verletzten darstellen. Ein zentraler Aspekt wird die Klärung der Problematik der Aussagekraft von Zeug*innenaussagen sein. Ein Aspekt davon ist die Gefahr, inwieweit psychologisch sinnvolle Stabilisierungstechniken für den/die Verletzte im Strafverfahren dazu führen können, dass die Aussage des/der Verletzten als Zeug*in unzulässig verzerrt wird.

Hauptreferent*innen:

  • Prof. Dr. Denis Köhler – Psychologe, Hochschule Düsseldorf.
  • Ulrike Schultheis – Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie, Leitende Oberärztin LVR Klinikum Essen, EMDR-Therapeutin.

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Modul 4 – Theorie & Praxis der Psychosozialen Prozessbegleitung

In dem Modul werden die relevanten Aspekte der Umsetzung der Psychosozialen Prozessbegleitung in der
Praxis verdeutlicht. Insbesondere wird es darum gehen, die Frage der eigenen Haltung zu klären und klare Abgrenzungen zur Opferberatung vorzunehmen.

Hauptreferentinnen:

  • Andrea Behrmann – Psychosoziale Prozessbegleiterin (RWH), 1. Vorsitzende des Bundesverbandes Psychosoziale Prozessbegleitung, Violetta – Fachberatungsstelle für sexuell missbrauchte Mädchen und junge Frauen.

  • Dr. Iris Stahlke – Dipl.-Psychologin, Psychosoziale Prozessbegleiterin (RWH), 2. Vorsitzende des Bundesverbandes Psychosoziale Prozessbegleitung.
  • Prof Dr. Yvette Völschow – Diplompädagogin & Diplomsozialwissenschaftlerin, Universität Vechta.

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Modul 5 – Abschluss- und Prüfungsmodul

Zwei Prozessdokumentationen und Abschlussarbeit.



V o r a u s s e t z u n g e n   f ü r   d e n   E r w e r b   d e s   Z e r t i f i k a t s


Für die Verleihung des Zertifikates sind der Abschluss der einzelnen Module, zwei Prozessdokumentationen und eine bestandene Hausarbeit erforderlich.

Weitere Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss der Module ist die aktive online-Fallbearbeitung. Nähere Informationen werden am ersten Präsenztag gegeben.

Die Online-Fallbearbeitung findet anhand kleiner Praxisfälle über die gesamte Zeit des Weiterbildenden Studiums (mit einer Urlaubsunterbrechung) statt. Die Prozessdokumentationen müssen anhand eines Leitfadens erstellt und schriftlich abgegeben werden. Es erfolgt jeweils eine dezidierte Nachbesprechung.

In der Blockwoche im September 2016 werden freiwillige Abendtermine angeboten für Teilnehmer*innen, die ihre Kenntnisse für das Schreiben einer wissenschaftlichen Hausarbeit reaktivieren möchten.

Das Thema der Hausarbeit wird am Ende der Septemberblockwoche 2016 bekannt gegeben. Die Abgabe der Hausarbeit muss bis zum 17.12.2016 erfolgen.


Prüfungsordnung PSPB.pdf



M o d u l e  u n d  P r ä s e n z t a g e

  • Modul 1 – Recht
  • Modul 2 – Viktimologie
  • Modul 3 – Forensische Psychologie & Psychotraumatologie
  • Modul 4 – Theorie & Praxis der Psychosozialen Prozessbegleitung
  • Modul 5 – Abschluss & Prüfung


​P r ä s e n z t a g e *​ ​ ​

​​U H R Z E I T

​M o d u l 

R e f e r e nt *innen

​​
1

KW 10​
Samstag
12.03.2016

10:00 – 18:30​

​1
2

   Prof. Dr. Riekenbrauk
   ​Prof. Dr. Gaby Temme​
2


​​KW 14
Freitag08.04.201611:00 – 19:30​
2   Prof. Dr. Gaby Temme

​3

Samstag​

​09.04.2016

09:00 – 17:00​​

​4.1
    ​Andrea Behrmann
             +
    Dr. Iris Stahlke​
​4
​​KW 22
​Freitag​03.06.201611:00 – 19:30​​​​1    Prof. Dr. Riekenbrauk​
​5​Samstag04.06.2016​09:00 – 17:00​​​​2    ​Prof. Dr. Gaby Temme
​6
​​KW 26
​Freitag​01.07.2016​11:00 – 19:30​​​​3    ​Prof. Dr. Denis Köhler
​7​Samstag​02.07.2016​09:00 – 17:00​​​​3    ​Ulrike Schultheis

​8


​​


​​KW 36

Montag​

​05.09.2016​

11:00 – 19:30​

​4.1
   ​ Andrea Behrmann
               +
    Dr. Iris Stahlke
​9​Dienstag06.09.2016​​



09:00 – 17:00
​ ​


​ ​
4.2


 Prof. Dr. Yvette Völschow​ ​ ​ ​
​10​Mittwoch​07.09.2016​
​11​Donnerstag
​08.09.2016
​12​Freitag
​09.09.2016
​13
KW 43​
Freitag​​28.10.201611:00 – 19:30​​​​​2    Prof. Dr. Gaby Temme​
14
Samstag29.10.2016​​09:00 – 17:00​​​​1    Prof. Dr. Riekenbrauk​
​15
​​KW 47
​Freitag25.11.2016​​​11:00 – 19:30​​​​2    ​Prof. Dr. Gaby Temme
​16​Samstag​26.11.2016​09:00 – 17:00​​​​1    ​Prof. Dr. Riekenbrauk
​17
​​KW 02
​Freitag​13.01.201711:00 – 19:30​​​​​4.1    ​Andrea Behrmann
​18​Samstag​14.01.2017​09:00 – 17:00​​​​1    ​Prof. Dr. Riekenbrauk
​19

KW 07
​  ​​
​Freitag​17.02.201711:00 – 19:30​​​​​4.1    ​Andrea Behrmann

​20​  ​

Samstag
​ ​

18.02.2017 ​ ​

09:00 – 17:00​​​
​ ​
1
​2
4.1​
    Prof. Dr. Riekenbrauk
    ​Prof. Dr. Gaby Temme​​
​    Andrea Behrmann


* Kurzfristige Änderungen der Inhalte sind möglich.

Innerhalb der Blockwoche finden zwei freiwillige Abendtermine für Interessierte zur Reaktivierung des wissenschaftlichen Schreibens für die Hausarbeit statt – Prof. Dr. Gaby Temme.

​​

PSPB Präsenztage zum Ausdrucken.pdf



D i e  T e i l n e h m e r * i n n z a h l 


15 – 30 Personen



E r f o r d e r l i c h e  B e w e r b u n g s u n t e r l a g e n        


  • Bestätigung des qualifizierten Abschlusses (s.o.)

  • Nachweis der besonderen persönlichen Eignung durch:

    • ausführlichen tabellarischen Lebenslauf

    • Motivationsschreiben (700 Wörter)       



K o s t e n 

2.500,-- Euro pro Teilnehmer*in  

         Zahlungsmodalitäten:       
     1. Rate März 2016 in Höhe von 1.000,-- Euro

2. – 11. Rate ab Mai 2016 monatlich 150,-- Euro

Bildungsscheck und Bildungsurlaub können nicht verwendet werden!!!



         E r s t k o n t a k t          


         Yasemin Ismail                

            Tel: 0211 – 4351 3440                     

      Fax: 0211 – 435112620              

       weiterbildung.sk@hs-duesseldorf.de               

     http://soz-kult.hs-duesseldorf.de/weiterbildung           


     Persönlich erreichen Sie uns:          

       dienstags von 11:00 – 12:30 Uhr